Die Österreichische Kriegsmarine: 1369-1849

Die geschichte der Österreichischen Kriegsmarine ist mit der Stadt Triest strengst verbündet.

Mit der Erwerbung der ersten österreichischen Küstengebiete im 14. Jahrhundert war wohl die Basis zu einem eigenen erbländischen Seehandel gelegt, doch bedeutete das keineswegs auch die Aufstellung einer eigenen Kriegsmarine. Das Reich war zu dieser Zeit außenpolitisch schwach und im Innern von unzähligen Fehden zerissen, der Kaiser gegenüber einigen großen Reichsfürsten fast machtlos, zudem in ständiger Geldverlegenkeit, während doch Wirtschaft und Handel blühten.

So mußten in Notzeiten die Küstenbewohner zur Selbsthilfe greifen un durch Bildung einer Küstenmiliz und Ausrüstung einiger bewaffneter Handelsfahrzeuge gegnerischen Überfällen von Seeseite her entgegentreten.

Besonders die Rivalität des adriabeherrschenden Venedig wie auch maurische und osmanische Freibeuter taten dem einheimischen Seehandel zeitweilig erheblichen Abbruch. Jahrzehntelange Tributzahlungen an leztere bildeten den einzigen Papieren Schutz der kaiserlichen Flagge und mußten eine Kriegsflotte ersetzen.



Bild 1 - Die Kaiser aus den Hause Habsburg und Habsburg-Lothringen.
Ausgabe L.M. - Wien.
In kursiv auf Deutsch geschriebene Ansichtskarte, am 20. September 1906 geschickt.



Der eigentliche Gründer einer organisierten österreichischen Hochseeschiffahrt war Kaiser Karl VI. Die von ihm ins Leben gerufenen “Handelscompagnien” zum Warenaustausch mit der Levante und nach Übersee nahmen bald einen derartigen Aufschwung, daß daraus Konflikte mit den großen Seemächten England, Holland und Spanien entstanden, und der Kaiser daraufhin - die Anerkennung seiner “Pragmatischen Sanktion” benötigend - , auf deren politischen Druck hin, bei Fehlen einer schützenden Kriegsmarine, vom Überseegeschäft zurückzutreten gezwungen war.









Bild 2 - Karl VI. von Habsburg (1685 - 1740), Kaiser des Heiliges Römisches Reich von 1711 bis 1740.
Die feierliche Verlesung des ewigen und unwideruslichen Gesetzes der “Pragmatischen Sanktion” vom 19.4.1713, an die böhmen, österreichischen, ungarischen und niederländischen Stände.
Ungeschickte Ansichtskarte, veröffentlicht vom “Piusverein” in Wien .



Erfuhr auch der Seehandel unter Maria Theresia und Joseph II, eine großzügige Förderung, scheiterte doch die Gründung dauernder überseeischer Niederlassungen an den unzulänglichen Mitteln sowie am Fehlen einer Kriegsflotte. War doch die Kaiserin zeitlebens gezwungen, ihr Erbe mit Waffengewalt zu verteidigen, hatte das Landheer stets den Vorrang.








Bild - Maria Theresia von Habsburg (1717 - 1780) wurde, unter anderem, herrschende Erzherzögin von Österreich und Kaiserin des Heiliges Römisches Reich da sie die Gemahlin von Franz I. war.
Verleihung des Großkreuzes des nach der Schlacht bei Kolin 18. Juni 1757 gestifteten Maria Theresienordens an die siegreichen Grafen Daun.
Ungeschickte Ansichtskarte, veröffentlicht vom “Piusverein” in Wien .


Obwohl Kaiser Joseph II. als eigentlicher Gründer einer stehenden österreichischen Kriegsmarine gilt, kam diese in den folgenden Jahrzehnten kaum über eine Reihe kleinerer Fahrzeuge hinaus. Erst die Ernennung Erzherzog Karls zum Kriegs- und Marineminister im 1801 änderte dies, trotzdem war es der Marine in den Napoleonischen Kriegen noch nicht möglich, Österreichs italienische Besitzungen wirksam zu verteidigen.

Erst in der dreißigjährigen Friedensperiode nach den Befreiungskriegen gelang es der durch italienisch-französische Beutefahrzeuge verstärkten Marine, eine wichtige Rolle im Mittelmeer zu dessen Befriedung zu übernehmen, sei es in italienischen, griechischen, nordafrikanischen oder syrischen Gewässern.

Auch die Handelsschiffahrt der Monarchie hatte in diesen Jahrzehnten einen stetigen Aufschwung genommen, der sich auch in der Gründung der “Ersten k.k. privilegierten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“ (DDSG) sowie des “Österreichischen Lloyd” dokumentierte, wobei der errungene führende Rang im Levantehandel bis 1914 behauptet werden konnte.

Ein rasches Anwachsen erlebte die Marine erst nach den Revolutionswirren von 1848, als deutschstämmige Offiziere und Mannschaften die ausgeschiedenen fremdländischen Elemente zum Großteil ersetzten und auch die deutsche Kommandosprache anstatt der bisher italienischen eingeführt wurde.

Die gesamte Geschichte der k.k. Kriegsmarine war immer beherrscht von ständiger Finanznot und von Einsparungen, oft auch von einer zu kontinentalen Denkungsart übergeordneter Hofstellen. Wegen Österreichs Lage im Herzen Europas erhielt alle vorhandenen Mittel zuerst die Armee, während sich die Flotte mit dem oft nicht einmal mehr vorhandenen Rest zufriedengeben mußte. Trotzdem verdient festgehalten zu werden, daß wohl kaum sontswo mit so wenig Mitteln so viel erreicht wurde.

Im Gegensatz zur Hochseemarine konnte die österreichische Donauflottille auf eine lange, bewegte Geschichte zurückblicken, war doch die Donau im Lauf der Jahrhunderte für Österreich die Hauptader des Handels und somit der Güterbeförderung nach dem Südosten geworden.

Lange schon vor Beginn unserer Zeitrechnung betrieben die keltischen Ureinwohner unseres Landes eine rege Schiffahrt auf der Donau. Die Römer, größte Militärstrategen des Altertums, hatten bald erkannt, daß die Donau-grenze durch das Heer allein nicht zu halten war, und deshalb eine ansehnliche Schiffsstreitmacht auf den Fluß geschaffen, den sie bis ins Schwarze Meer beherrschten.

Abgesehen von einer zeitweiligen großen Donaustreitmacht Kaiser Karls des Großen bei der Zerstörung des Awarenreiches am Ende des 8. Jahrhunderts, waren als Nachfolgerin der römischen Flottille die ungarischen Nassadisten als stehende Flußkampfflotte anzusehen. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts durch den christlichen Ungarnkönig Stephan I. (Szent István) aufgestellt und sich auf eine Reihe befestigter Uferplätze stützend, existierte diese Flotte im bewegten Auf und Ab der ungarischen Geschichte fünf Jahrhunderte lang und focht in zahlreichen Kämpfen tapfer gegen kaiserliche Macht, Byzantiner und Türken. Ihre Reste gingen schließlich 1516 in die kaiserliche Donauflottille über, als Krone und das von den Türken noch unbesetzte Westungarn an die Habsburgerkaiser fielen.

Inzwischen hatte sich bei den zahlreichen Thron- und Erbfolgestreitigkeiten im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet auch auf kaiserlicher Seite die Notwendigkeit einer bewaffneten Donauschiffsmacht gezeigt, so war in Wien 1440 das erste Arsenal Österreichs zum Flußkriegsschiffsbau entstanden. Von diesem Zeitpunkt an existierte in allen Kriegen an der Südostgrenze des Reiches eine kaiserliche Donauflottille, bei jedem Feldzug neu geschaffen oder durch armierte Handelsfahrzeuge aufgestellt, jedoch infolge der Weichholzbauweise jeweils rasch vergänglich. Zur Zeit der Türkenkriege existierten auf der Donau zwischen 1526 und 1763 zwei selbständige österreichische Flottenorganisationen nebeneinander, die “Nassadisten” und die “Armada”.

Erstere, nach 1526 aus der gleichnamigen ungarischen Truppe übernommen, bildete eine freiwillige kaiserliche leichte Schiffer- und Soldatenformation auf ungarischem Boden, die im Frieden Handel und Verkehr auf dem Strom abwickelte und im Krieg sich samt ihren Fahrzeugen dem Landesherrn zur Verfügung stellte. Mit ihren leichten, flinken Ruder-Tschaiken in großer Anzahl auftretend, war diese Miliz besonders auf Überfalle, Aufklärung, Geleitschutz und Beunruhigung des Gegners eingestellt, wobei ihr Vorteil in ihrer Beweglichkeit lag. In späterer Zeit stellte der Staat Fahrzeuge und Offiziere, während die Mannschaften im Frieden ihrer Schifferbeschäftigung nachgingen, Steuerfreiheit genossen und im Krieg Sold bezogen.

Im Gegensatz dazu bestand die “Armada” (kaiserliches Schiffsarmement) aus schweren Batterieschiffen, die meist vor jedem Feldzug der Armee neu angefertigt werden mußten und nach Art einer Seeflotte organisiert waren. Von spanischen und italienischen Schiffbauer immer nach neuesten Erkenntnissen in Wien erbaut, dienten sie ab 1526 auch zur Sperrung der Donau, Blockade und Belagerung von Donaufestungen, zur Unterstüzung des Heeres und dessen Uferdeckung, für Naschschub, Transport und Brückenschlag.

Beide Organisationen wurden 1763 in den “Tschaikisten” vereinigt und gingen 1852 im “Flottillenkorps” auf.

Da für die zahlreichen Nachschubfahrzeuge nach Ungarn ein Rücktransport stromauf zu teuer kam, verfertigte man diese aus billigem Fichtenholz und zerschlug sie nach ihrer Reise stromab bei der Armee in der baumlosen ungarischen Steppe zu Brennholz, sie wiederum durch weitere Preiswerte Neubauten ersetzend. Bei den damaligen Transport- und Straßenverhältnissen war die Donau der weitaus beste Zufuhrweg.

So hatten österreichische Flußkriegsschiffe wesentlichen Anteil an der Wiedereroberung Ungarns, verloren jedoch mit Beendigung dieser Kämpfe ihre Bedeutung. Aus diesem Grund waren auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum irgendwelche Einheiten auf dem Fluß vorhanden. Erst die erneut intensivierte österreichische Balkanpolitik im Wettstreit mit Rußland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erforderte auch wiederum eine Donauflottille. Nach den Erfahrungen des nordamerikanischen Sezessionkrieges wurden die ersten k.k. Donaumonitore erbaut. Nachdem diese bei der Besetzung Bosnien im 1878 ihre Brauchbarkeit unter Beweis gestellt hatten, folgten weitere Bauten, welche bis zum Ende 1918 das Rückgrat der österreichischen Flußstreitkräfte bildeten.

Zusammen mit den Grenadieren Napoleons war auch die Idee von den Menschenrechten in den ganzen Kontinent eingedrungen, und mit der industriellen Revolution began auch die Auseinandersetzung zwischen Monarchie und Volkssouveränität. Die in den Befreiungskriegen gegen Napoleon von der Regierung proklamierte Freiheit hatte aber nun endgültig die Massen ergriffen.

Die Spannungen und Unzufriedenheit der mitteleuropäischen Völker entluden sich in der Revolutionen des Jahres 1848. Sie hatten schon seit dem Wiener Kongreß bestanden, nach drei Jahrzehnten Unterdrückung entlud sich der Volkszorn, von Frankreich griffen die Ereignisse auf die deutschen Bundesstaaten, Preußen, Österreich, Ungarn und Italien über.

In Österreich wurden dabei besonders und mit einem Schlage die Probleme der nationalen Minderheiten akut, so in Böhmen, Oberitalien, Kroatien und Siebenbürgen. Eine Lösung konnte zunächst nicht gefunden werden, und trotz Gewährung der sprachlichen Gleichberechtigung und anderer sozialer Reformen stand die Habsburger-Monarchie in diesen kritischen Jahren 1848/1849 schon einmal am Rande des Zerfalls. Die Zeiten, in welchem Österreich die größte Landmacht war und der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation als mächtiger und vornehmster Fürst des damaligen Erdkreises galt, waren endgültig vorüber. Die dröhnenden Schläge gegen das Tor des Seearsenals in Venedig, in welches die erregte italienische Volksmenge in der damals ősterreichischen Stadt Einlaß begehrte, waren das Pochen einer neuen Zeit, sie waren der Anfang vom Ende der Großmacht Österreich.

Zu dieser Zeit befuhren kaiserlich österreichische Kriegs- und Handelsschiffe seit fast 500 Jahren Adria und Mittelmeer, während die Donau schon seit Beginn der österreichischen Geschichte Haupt- und Lebensader des Reiches gewesen war.

Als im Jahre 1374 infolge Erbvertrags die Gebiete von Istrien und Krain an Österreich fielen, und sich 1382 die freie Stadt Triest unter den Schutz des Reiches stellte, war damit die Basis für einen österreichischen Seehandel geschaffen. Eine Erweiterung des Gebiets fand hundert Jahre später durch die Erwerbung von Fiume statt, während durch Verträge mit der Republik Venedig - als damals stärkster Seemacht in Mittelmeer - der Seehandel in friedliche Bahnen gelenkt werden konnte. Beunruhigt wurde er eigentlich nur durch maurische und türkische Freibeuter, nach der Seeschlacht von Lepanto 1571, in welcher eine vereinigte österreichisch/spanisch-venezianisch-päpstliche Flotte unter Don Juan d’ Austria eine türkische Armada vernichtete, war für einige Zeit die Befriedung des Seeverkehrs im Mittelmeer wiederum gesichert.

Zu erbitterten Kämpfen kam es in den folgenden drei Jahrhunderten hauptsächlich gegen die Türken auf der Donau, bei welchem die Donauflottille besonders zur Unterstüzung des Landheeres eingesetzt wurde.

Die 1719 durch Kaiser Karl VI. erfolgte Gründung der “Privilegierten Orientalischen Compagnie” in Wien zum Handel mit den türkischen Ländern und später auch mit Portugal war bereits ein Vorläufer des späteren (1836 gegründeten) “Österreichischen Lloyd”. Die ebenfalls 1719 ins Leben gerufene “k.k. Ostendische Handelsgesellschaft” zum Handel mit Ost- und Westindien, Afrika und China nahm einen derartigen Aufschwung, daß sich bald darauf Konflikte mit den Seemächten England, Holland und Spanien ergaben. Auf deren politischen Druck mußte diese Gesellschaft 1731 wieder aufgelőst werden.

Ebenfalls 1719 wurde durch den Kaiser die erste k.k. Kriegsflotte ins Leben gerufen, auf das neugegründete Marinearsenal Triest gestüzt. Sie verfiel jedoch bald einem langsamen Siechtum. Zu schwach, um den eigenen Seehandel wirksam zu schützen, entsprach sie auch nicht der kontinentalen österreichischen Denkungsart, so daß sie fast gleichzeitig mit Auflösung der “Ostendischen Handelsgesellschaft” wieder verschwand. Neben dem Verständnis für die Notwendigkeit einer Marine zum Schutze des eigenen Seehandels fehlte es vor allem Geld, meistens reichte es nicht einmal für das Landheer.

Einer Marine-Neugründung Kaiser Josefs II. im Jahre 1786, bezeichenderweise “Triester Marine” genannt, war ein ähnliches Schicksal beschieden. Im Ersten Koalitionskrieg 1793-1797 gegen Frankreich mußten darum zahlreiche armierte Handelsfahrzeuge die schwache Marine verstärken. Im Frieden von Campo Formio 1797 mit Frankreich gelang es, im Tausch gegen die österreichischen Niederlande (Belgien) und die Lombardei die Gebiete von Venetien und Dalmatien zu erwerben. Damit war Österreich zur Großmacht in der Adria aufgestiegen, um so mehr, da zahlreiche ehemalige venezianische Kriegsschiffe in die Marine übernommen werden konnten.

Diese Erfolge wurden auch im Zweiten Koalitionskrieg (1799-1801) behauptet, bei ergfolgreichem Einstatz der Flotte als “österreichisch-venezianische Marine”. Sie wurden jedoch 1805 nach der Niederlage im Dritten-Koalitionskrieg gegen Frankreich wieder zunichte, als die erworbenen Gebiete samt den übernommenen Kriegsfahrzeugen an das neugebildete Königreich Italien abgetreten werden mußten.

Die restlichen alten Gebiete Istriens, von Triest bis Fiume, bildeten nun die Heimat der kleinen “Zweiten Triester Marine”, bis nach einem vierten, verlorenen Krieg gegen Frankreich 1809 das gesamte, Österreich noch verbliebene Küstengebiete an den Gegner abgetreten werden mußte, womit Österreich jeden Zugang zum Meer verloren hatte. Die Flotte wurde verkauft und versteigert, die k.k. Flagge war damit bis 1813 von der See verschwunden.

Nach den Niederlagen Napoleons in Rußland und Mitteleuropa konnte Österreich in den Jahren 1813/1814 nicht nur seine ursprünglichen Gebiete an der Adria, sondern auch die 1797 erworbenen wieder zurückgewinnen und im Wiener Kongreß bestätigt erhalten. Leider wurde ebenso wie schon 1797 versäumt, mit den zahlreich vorgefundenen großen Beuteschiffen als Rückgrat, eine schlachtkräftige Flotte aufzubauen. Vielmehr ließ man sie langsam verrotten und sie endeten aus Unverständniss und Sparsamkeit als Hulks oder beim Abbruch.

In der Friedensperiode nach 1820 kam der Flottenbau nur langsam Vorwärts. Die vorhandenen Einheiten wurden hauptsächlig im Nachschubdienst nach Dalmatien oder gegen Seeräuber im Mittelmeer mit gutem Erfolg verwendet. Daneben wurde erstmalig auf Auslands- und Weltreisen die k.k. Flagge auch in Übersee gezeigt. In der Person des jungen Erzherzogs Friedrich fand die Flotte einen eifrigen Förderer. In den dreißiger Jahren wurden auch die ersten Raddampfer in den Dienst der k.k. Kriegsmarine gestellt.




Die k.k. (kaiserliche-königliche) und k. u k. (kaiserliche und königliche) Kriegsmarine: 1849-1918



Die Revolution von 1848 mit dem Aufstand in Venedig brachte dann die entscheidende Wende. Etwa die Hälfte der Flotte - mit überwiegend italienischen Besatzungteilen - war zu den Venetianen übergegangen, die Stadt mußte darum aufgegeben werden. Die Bedeutung einer Kriegsflotte wurde damit deutlich demonstriert.








Bild 4 - Franz Joseph I. (1830 - 1916) war Kaiser von Österreich (1848 - 1916) und König von Ungarn (1867 - 1916).
Der Regierungsantritt des jugendliches Monarchen im Palaste des Erzbischofs von Olmütz am 2.12.1848
Ungeschickte Ansichtskarte, veröffentlicht vom “Piusverein” in Wien .


Zahlreiche Kriegshandlungen zu Wasser und zu Lande, auch eine Seeblokade Venedigs durch die restliche, jetzt deutschsprachige Flotte bewirkten, daß schon nach einem Jahr Venetien zu Österreich zurückkehrte und Ruhe und Ordnung wieder einkehrten. Nach diesen Erfahrungen wurden die italienischen Elemente unter den Schiffsbesatzungen ausgeschieden, die bisher italienischen Schiffsnamen ins Deutsch abgeändert. Als besonders tatkräftiger Förderer wirkte nach dieser Umstellung Vizeadmiral Erzherzog Ferdinand Max, der spätere Kaiser von Mexico.








Bild 5 - Maximilian Ferdinand Joseph von Habsburg, Erzherzog von Österreich und Kaiser von Mexiko (1832 - 1867).
Moderne ungeschickte Ansichtskarte.



Auch im Kriege 1859 gegen Frankreich und Sardinien kam es in der Adria zu einigen erfolgreichen Gefechten, wobei es in jedem Falle gelang, die gegnerischen Flotten von den eigenen Küsten fernzuhalten. Jedoch erst das Seegefecht bei Helgoland 1864 gegen die Dänen und besonders die Schlacht bei Lissa 1866 gegen die Italiener machten die Flotte unter den tüchtigen und erfolgreichen Tegetthoff beim Volk populär und beliebt. Letztere vermochte den Verlust der Lombardei so wie Auch Venetiens für Österreich nicht zu verhindern.








Bild 6 - Admiral Wilhelm Tegetthoff (1827 - 1871)
Bild Panini, Reihe Risorgimento des italienischen Volkes.



Der Ausgleich mit Ungarn 1867 brachte neben einer neuen Kriegsflagge auch die Abänderung der Bezeichnung von bisher k.k. in k.u.k. für die Streitkräfte. Parallel zum großen Aufschwung des österreichischen Seehandels wurde nun auch die Marine planmäßig vergrößert und ausgebaut. Ende der siebziger Jahre wurde vor allem der Torpedobootbau forziert, hatte doch inzwischen der österreichische Fregattenkapitän von Luppis zusammen mit dem industriellen Whitehead den ersten, sich selbst fortbewegenden Torpedo der Welt gebaut.

An der Okkupation von Bosnien und der Herzegowina im Jahre 1878 nahmen auch die Marine und Einheiten der Donauflottille auf der Save teil. Sie sorgten vor allem für Nachschub und besetzten die Küstenplätze.

Inzwischen war Pola Hauptkriegshafen der Monarchie geworden, und am südlichsten Ende der dalmatischen Küste hatte man die von mächtigen Bergen umsäumte Bucht von Cattaro als Ankerplatz und Versorgungsbasis ausgebaut und befestigt. Nunmehr stellte die langsam aber stetig anwachsende Kriegsmarine auf zahlreichen Auslands-, Forschungs- und Weltreisen ihre Tüchtigkeit unter Beweis. Dabei wurden auch die Besatzungen in allen Zweigen von Seemannschaft und Technik ausgebildet und die k.u.k. Kriegsflagge in Übersee gezeigt.

Als in den Jahren 1899/1900 zur Bekämpfung des fremdenfeindlichen Bozer-aufstands auch ein k.u.k. Geschwader nach China entstand werden mußte, bewies dies, daß die Existens einer Flotte, genauso wie bei zahlreichen anderen Flottendemostrationen zum Schutze des eigenen Seehandels und der im Ausland lebenden Bürger und Kaufleute, vollkommen gerechtfertigt war, obwohl Österreich-Ungarn nie Kolonien besaß.








Bild 7 - Ein Offizier der k.u.k. Kriegsmarine mit die Uniform von 1908 aus eine Lithografie von C. Righetti.
Originale Litographie Heeregeschichtliches Museum in Wien.
Moderne ungeschickte Ansichtskarte.



Die Gelder für jedes einzelne Schiff mußten aber immer wieder in langen Debatten der Volksvertretung abgerungen werden, wobei die Marine in dieser Zeit ihren eifrigsten Förderer in dem am 28.6.1814 ermordeten Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand fand.








Bild 8 - Erzherzog Franz Ferdinand von Habsburg-Este (1863 - 1914), Thronfolger des Kaisertum von Österreich-Ungarn, mit seine Gattin Herzögin Sophie Chotek von Hohenberg. Franz Ferdinand heiretete Sophie mit morganatische Trauung. Im Bild sieht man auch die Söhne Sophie, Maximilian und Ernst von Hohenberg, die kein Recht wie Thronfolger hatten und die Titel des Vaters nicht erben konnten.



Die Balkankrise 1912/1913 sah die nunmehr schon ansehnliche Flotte erneut voll einsatzbereit. Zahlreiche Demonstrationsfahrten während dieser Zeit bildeten die letzten Ereignisse vor dem Ausbruch der großen Auseinandersetzung 1914-1918.








Bild 9 - Botschafte zu die bezügliche Völker, am 6. August 1914 (Beginn des ersten Weltkrieges), von Kaiser Wilhelm II. von Preußen und Deutschland (Friedrich Wilhelm von Hohenzollern; 1850 - 1941) und von Franz Joseph I. (1830 - 1916), Kaiser von Österreich (1848 -1916) und König von Ungarn (1867 - 1916), geschickt Ausgabe M.M.S. Wien.
Am 1. Oktober 1914, in kursiv auf Deutsch geschriebene, aber ungeschickte Ansichtskarte.



Als bei Beginn des Ersten Weltkrieges die französische Flotte versuchte, die Seeherrschaft in der Adria an sich zu reißen, führte die Torpedierung ihres Flaggschiffes Jean Bart durch das k.u.k. Unterseeboot U 12 eine jähe Wende herbei. Der Gegner zog sich für die restliche Dauer des Krieges in die Südadria zurück und sicherte lediglich mit leichtem Streitkräften die Seeversorgung von Albanien und Montenegro.

In der Adria entwickelte sich damit ein Kleinkrieg. Österreich-Ungarn mußte den Nachschub für das Heer entlang der dalmatischen Küste aufrechterhalten, der Gegner wieder versuchte, dies mit allen Mitteln zu stören. Eine Unzahl kleiner Unternehmungen mit Einzelgefechten, U-Boot Angriffen und Minenaktionen von beiden Seiten war die Folge.








Bild 10 - Kaiser Wilhelm II. von Deutschland und Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn mit die bezügliche Thronfolger: Friedrich Wilhelm Hohenzollern (1882 - 1951), mit dem Sohn Wilhelm (1906 - 1940) und Karl Franz Joseph von Habsburg-Lothringen (1887-1922), mit dem Sohn Otto von Habsburg (1912 - 2011).
Ausgabe B.K.W.I. Wien



Am Tage des Kriegseintritts Italiens auf seiten der Gegner erschien die k.u.k. Flotte überraschend vor den wichtigsten Plätzen entlang der italienischen Adriaküste und nahm militärische Anlagen unter Beschuß, was vor allem einen großen moralischen Schlag für den Gegner bedeutete. Im übrigen ging der Kleinkrieg weiter.

Inzwischen war die Türkei an der Seite der Mittelmächte in den Krieg eingetreten. Bald mußte sie sich vor den Dardanellen einer mächtigen englisch-französischen Blockadeflotte erwehren, welche den Durchbruch ins Schwarze Meer zur Vereinigung mit Rußland zu erzwingen suchte.

Auf dringenden Wunsch der Türkei entstande Deutschland einige große Unterseeboote rund um England und durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer. Weitere kleinere folgten auf dem Landweg mit Eisenbahn. Diese U-Boote hatten die Aufgabe, in den Kampf um die Dardanellen einzugreifen und den Handelskrieg ins Mittelmeer auszudehnen. Österreich-Ungarn richtete zur Versorgung und Reparatur diese Botte in Cattaro und Pola U-Bootstationen ein. Die eigenen Unterseeboote der Doppel-Monarchie waren infolge ihrer Kleinheit nicht in der Lage, außerhalb der Adria zu operieren. Ein Großteil dieser deutschen Mittelmeerboote führte zeitweilig zur Feindtäuschung eine k.u.k.-Nummer und die rot-weiße-rote Flagge, sie unterstanden versorgungs- und verwaltungstechnisch ebenfalls der ősterreichisch-ungarischen Regie.

In der Folge konzentrierten sich die Kampfshandlungen zeitweise besonders auf die Offenhaltung der Otrantostraße als Ein- und Auslaufweg der eigenen U-Boote. Diese Durchfahrt versuchte der Gegner unbedingt zu sperren, was harte Gefechte zur Folge hatte.

Auch die Seefliegerei nahm in dieser Zeit einen großen Aufschwung. Anfangs nur zur Aufklärung gedacht, hatten die Maschinen bald alle Arten von Sicherung, sowie U-Boot-Jagd, Minensuchen und Angriffe auf gegnerische Schiffs- und Landziele zu erfüllen.

Ebenso kam es in Verlauf des Krieges entlang der Donau zu harten Kämpfen. Hier hatte die k.u.k. Donauflottile vor allem Geleit- und Übersetz-aufgaben zur Unterstützung des Heeres und zur Sicherung des Nachschubs zu leisten. Im Herbst 1914 halfen zahllose Unternehmungen auf Save und Donau bei der Einnahme von Belgrad. Die Stadt mußte jedoch infolge der Abgabe von Truppen an die Front gegend Rußland bald darauf wieder aufgegeben werden, bis sie 1915 abermals erobert wurde.

1916/1917 folgten zahlreiche Kämpfe und Einzelaktionen bei der Besetzung von Rumänien. 1918 erweiterte die Donauflottile ihr Einsatzgebiet bis ins Schwarze Meer und in die südrussischen Flüsse. Vordringlichste Aufgabe während des ganzen Krieges war dabei das Offenhalten des Donauweges zum Munitionsnachschub für die Türkei, ebenso für die Einfuhr von Lebensmittel und Erdől; eine Lebensfrage für die Mittelmächte, welche vollkommen gelöst werden konnte.

Die Aufgabe der Flotte 1914-1918 in der Adria bestand nicht darin, eine Seeschlacht zu suchen, welcher der Gegner auch aus dem Wege ging, sondern vor allem in der Versorgung der Heeresteile and der Küste, der Offenthaltung der Otrantostraße sowie den Fernhalten des Gegners von den eigenen Küsten. Diese Aufgabe konnte sie - unter relative niedrigen Verlusten - zur Gänze erfüllen.

Die Besatzung der Flotte spiegelte die Buntheit der großen Volkerfamilie Österreich-Ungarns. Nur 17 v. H. waren deutschsprachige Österreicher, dazu kamen 20 v. H. Ungarn, 34 v. H. Kroaten und Slowenen, 14 v. H. Italiener und 11 v. H. Tschechen und Slowaken, die restlichen 4 v. H. verteilten sich auf Polen, Ruthenen und Rumänen. Die Feindpropaganda hakte hier immer wieder ein und schürte mit wachsendem Erfolg den Nationalitätenstreit. Als infolge des langen Krieges Verpflegung und Bekleidung auch an der Front immer knapper wurden und sich die Verschlechterung der Kriegslage immer deutlicher abzeichnete, nahm die Unzufriedenheit besonders unter den fremdsprachigen Angehőrigen der Flotte zu. Es kam schließlich zu Wiedersetzlichkeiten und Meutereien. So hatte auch die Marine Anteil an der Auflösung des Reiches und dem Zerfall der Doppel-Monarchie.

Als am 31.10.1918 bei Sonnenuntergang die rot-weiße-rote Flagge zum letzten Male von den Masten eingeholt wurde, war Österreich als Großmacht abgetreten. Am nächsten Tag wurde die Flotte an den südslawischen Nationalrat übergeben und abgerüstet, um in den beiden folgenden Jahren, genauso wie das gesamte Küstengebiet, unter den Siegermächten und den aus der alten Monarchie neu entstandenen Staaten aufgeteilt zu werden.

Ist auch die Flotte unter der rot-weiß-roten Flagge von den Meeren verschwunden, wird ihr Andenken doch weiterleben und die Zeiten überdauern.







Marinegeschichtliche Zeittafel: 1369-1918



1369-1439



▪ 1369 - August: Die Stadt Triest, während seiner Blütezeit im Mittelalter unter bischöflicher Herrschaft stehend, kann im 13. Jahrhundert die wichtigsten Hoheitsrechte ablösen. Trotzdem muß es diese von Zeit zu Zeit, auch mit Waffengewalt, gegen seine Nachbarn, die Grafen von Görz, den Patriarchen von Aquileja - als Margraf von Istrien - und die Seerepublik Venedig, verteidigen, obwohl es schon immer die Oberherrschaft der letzteren anerkannte und sich dadurch eines gewissen Schutzes erfreute neben Duldung seines Küstenhandels nach Dalmatien und Venedig mit Holz, Salz, Öl und Fischen. Diese venezianische Bervormundung führt manchmal zu Reibereien und Zwischenfällen. So kommt es bei der Durchsuchung eines eingelaufenes Triester Schiffes durch die ständing im Hafen liegende venezianische Zollgaleere zu einem Aufruhr, wobei deren gesamte Besatzung erschlagen, venezianische Kaufleute geplündert und die ständing am Hauptplatz wehende venezianische Flagge abgerissen wird. Dies hat die Belagerung der Stadt durch eine weit überlegene venezianische Landungsflotte zur Folge, in deren Verlauf sich Triest nach langer Gegenwehr unter den Schutz der österreichischen Herzöge stellt, wobei es diese als erbliche Fürsten unter der Bedingung einer freien Stadt am 31. August 1369 anerkennt.

▪ 1369 - November: Ein der eingeschlossenen Stadt zu Hilfe kommendes österreichisches Entsatzheer wird durch die Landungstruppen der venezianischen Flotte eingekesselt und besiegt; acht Tage später muß sich die Stadt ergeben.

▪ 1374: Auf Grund eines Erbvertrags mit den Grafen von Görz fällt ein Teil von Istrien und Krain an Österreich.

▪ 1379: Der Graf von Tibein (auf italienisch Duino) wird Lehensmann der Habsburger Herzöge, sein festes Schloß am Golf von Triest ist damit der erste österreichische Stützpunkt an der Adria.

▪ 1381: Die Stadt Triest reißt sich erneut von Venedigs Oberherrschafflos und stellt sich unter den Schutz des Patriarchen von Aquileja. Da dieser jedoch weder deren Freiheiten und Rechte besonders achtet, noch die Stadt gegen Venedig schützen kann. Unterwirft sich diese nach seinem Tod erneut am 30. Oktober 1382 Österreich, bei dem es bis 1918, also 536 Jahre lang, verbleibt.



1440-1499



▪ 1440: In Wien Gründung eines Arsenals zum Bau von Flußkriegsschiffen: über die erbauten Einheiten und deren Organisation ist nicht überliefert.

▪ 1442: Anläßlich der Belagerung Preßburgs im Erbschaftsstreit mit Ungarn erstmaliger Einsatz der österreichischen Donauflottille, verlustreiche Gefechte mit ungarischen Flußeinheiten, denen der Entsatz der Stadt gelingt.

▪ 1454: Erzherzog Siegmund von Österreich läßt am Bodensee ein großes Kriegsschiff sowie drei Jagdschiffe gegen die Schweizer erbauen, ersteres sinkt jedoch als Fehlerkonstruktion beim Stapellauf.

▪ 1471: Die Hafenstadt Sankt Veit am Pflaumb, das spätere ungarische Fiume, wird durch Kaiser Friedrich III., vom Grafen Wallsee käuflich erworben und den österreichischen Erblanden inverleibt.

▪ 1477 - 1491: Kriege des Kaisers gegen den Ungarnkönig Matthias Corvinus: verlustreichen Kämpfen der österreichischen Donau-Flottille gegen die ungarische. Besetzung von Wien. Hilfeansuchen des Kaisers in Deutschland.



1500-1539



▪ 1500: In Wien, auf dem Tabor, gegenüber den Rotenturm, läßt Kaiser Maximilian I. das “Römisch-Kaiserliches Streit-Schiff Arsionall” zum Flußkriegsschiffsbau errichten. Infolge der Sparmaßnahmen jedoch nur wenige Neubauten, über die keine Angaben bekannt sind.

▪ 1508: Im Krieg gegen Kaiser Maximilian I. wird Triest durch die Venezianer erobert, jedoch schon im nächsten Jahr aus freien Stücken wiederum an den Kaiser zurückgegeben.

▪ 1511: Die verarmte Stadt Triest rüstet zum Handelsschutz gegen Venedig zwei armierte Brigantinen aus. Diese werden jedoch bald von einem venezianischen Verband gejagt und können sich nur knapp in den Hafen in Sicherheit bringen.

▪ 1526: Sieg der Türken über die Ungarn: der erbelose Magyarenkönig Ludwig II. findet den Tod in der Schlacht bei Mohacs. Die Kronen von Ungarn und Böhmen gemäß Erbvetrag fallen an Österreich. Die österreichische Ostgrenze liegte dadurch damals an Donau und Save, deren Behauptung eine Grundbedingung für eine erfolgreiche Kriegsführung bildet. Da als einzige Flußstreitkräfte die übernommenen restlichen ungarischen Nassadisten nicht ausreichen, wird als weitere kaiserliche Schiffsmacht auf der Donau die “Armada” geschaffen, wobei beide Organisationen selbständig nebeneinander bis 1763 existieren. Dazu läßt König Ferdinand I. im Wiener Arsenal sechs Probeschiffe erbauen, die dann auf Donau und Save zum Einstatz gelangen, während die Versammlung aller Nassadenschiffe aus Ofen und Gmunden in Wien befohlen wird.

▪ 1528: Krieg von Türkei gegen Österreich. Ein Vergrößerungsplan für die Donau-armada, welcher den Bau von 44 Kriegsschiffen für die Donau und von weitere 10 für die Save vorsieht, kann nicht zur Gänze entwickelt werden.

▪ 1529: Umschließung Wien. Schon Anfangs dieser Kämpfe gehen sämtliche Einheiten der kaiserlichen Donauflottille verloren, die letzten davon versenken sich selbst beim Arsenal, das auch in Flammen aufgeht. Die Organisation des kaiserlichen Schiffsarmaments steht unter dem “Obersten Hauptmann” Niklas von Rauber. Nach dem Türkenrückzug von Wien (14. Oktober 1529) Austellung einer neuen österreichischen Donauflottille, doch kann der Plan von 50 neu zu erbauenden Kriegsschiffen infolge Geldmangels nur teilweise durchgeführt werden. Bau eines neues Streitschiffarsenals inerrhalb der Ringmauern Wiens zwischen Rotenturm und Salzturm, im 1537 fertiggestellt.

▪ 1532: Erneuter Krieg von Türkei gegen die österreichischen Grenzen, mit eiligen Rückzug nach Ungarn. Bei diesem Feldzug sind auf der Donau 28 alte und neue kaiserliche Kriegsschiffe vorhanden, durch etwa 20 armierte Salzschiffe verstärkt. Im gleichen Jahr Gründung des “Schiffmeisteramtes” (im Krieg “Feldschiffamt”) mit Sitz in Wiener Arsenal.



1540-1627



▪ 1540: Dem kaiserlichen Fahneneid wird die bis 1918 übliche Formel “zu Wasser und zu Land” eingefügt.

▪ 1555-1556: Befestigung der österreichischen Küstenplätze Triest, Fiume und Zengg. Indienststellung mehrerer armierter kleiner Küstenschiffe zur Küstenbewahrung und Aufklärung.

▪ 1615 - November: Wegen Uskokenüberbegriffe, Angriff venezianischer Kriegsschiffe auf Triest, dabei Truppenlandungen und Verwüstungen, jedoch Gegner zurückgeschlagen. Nach zweijährigen Landkrieg Aussiedlung der Uskoken auf kaiserlichen Befehl ins Landesinnere, seit dieser Zeit Ruhe.



1628-1648



▪ 1628 - April: Kaiserliche Ernennung Walleinsteins zum “General-Capitain des Oceanischen und Baltischen Meeres und den aufhabenden Armada” unter gleichzeitiger Belehnung mit dem Herzogtum Mecklenburg.

▪ 1629 - Dezember: Seegefecht bei Wismar zwischen kaiserlichen und schwedischen Kriegsschiffen mit erheblichen Verlusten für den Gegner.

▪ 1629 - 1648: Dreißigjähriger Krieg. Der Gegner gründet im Mai 1634 eine Kriegsschiffwerft und baut neben dem größten Bodenseekriegsschiff “Drottning Kristina” (22 Kannonen) vier weitere kleinere. Gefechte im Bodensee zwischen kaiserliche und schwedische Schiffe. Im Januar 1643 erneuete Mobilisierung der kaiserlichen Bodenseeflottille unter Admiral Max Willibald Graf Wolfegg. Am 24. Oktober 1648 Abschluß der Westfälischen Frieden: die armierten kaiserliche Lastschiffe werden wieder an ihre zivilen Eigentümer zurückgestellt, die Jagdschiffe verkauft oder in Zoll- und Steuerdienst übernommen.



1649-1715



▪ 1663 - 1664: Erster Türkengrieg. Österreich beginnt mit Aufstieg von Kaiser Leopolds I. zur europäischen Großmacht. Bau und Aufstellung eines Donau-Schiffsarmements nach Plänen des italieners Rudolfi. Graf Raimund Montecuccoli erringt 1664 einen glänzenden Sieg über die Türken in der Schlacht bei St. Gotthard an der Raab.

▪ 1667: Gründung der “Orientalischen Handlungs-Compagnie” in Wien zum Warentausch mit der Türkei.

▪ 1683: Zweiter Türkengrieg bis 1699. Ein 200.000 Mann-Türkenheer rückt donauaufwärts gegen Wien. Ausrüstung der im Arsenal liegenden sechs Kriegsschiffe unter Obrist-feldwachtmeister Vecchia, die dann vor Anker bei Komorn ohne Feindbehrürung bleibten, während die “Nassadisten” zum Einsatz kommen. Ein Großteil der Transportschiffe in die eingeschlossenen Donaufestungen Komorn und Raab, fallen den Türken in die Hände. Bis mitte August baut man aber 140 neue Schiffe für Transportzwecke und Brückenschlag. Am 14. Juli 1683 Belagerung von Wien. Am 12. September 1683 sieg der Reichsarmee gegen die Türken. Gleich darauf erneute Aufnahme des Kriegsschiffbaues; wegen der Kriegszerstörung des Arsenals dauert es jedoch längere Zeit, bis die etwa 40 Neubauten verfügbar werden.

▪ 1687: Ende türkische Besetzung Ungarns nach 161 Jahren

▪ 1688: Einnahme Belgrad.

▪ 1690: Die erneute Offensive der Türken ist Veranlassung zum Bau eines neuen kaiserlichen Schiffsarmements von zwölf großen Kriegsschiffen, Plan und Oberbefehl Marquis de Fleury, nach dessem Tod 1693, weitere Neubauten, Plan und Kommando Admiral d’ Assemourg. Diese Flotte steht bei allen Operationen an Donau und Theiß stets an der Seite der Armee.

▪ 1695 - 15 Dezember: Das große kaiserliche Kriegsschiff “Heiliger Erlöser” geht in Esseg, Kroatien, durch Muntionsexplosion verloren.



1716-1739



▪ 1716 -1718: Erster Türkengrieg Kaiser Karls VI. Das kaiserliche Heer unter Prinz Eugen besiegt die Türken bei Peterwardein (5. August 1716) und Belgrad (18. August 1717). Neubau einer Donauflottille von etwa 20 großen Flußkriegsschiffe in Wien und von 50 großen Tschaiken in Gmunden. Die Belagerung von Belgrad wird geführt von Vizeadmiral von Anderson auf das Schiff Sankta Maria.

▪ 1717 - 2 Juni: Erklärung Kaiser Karl VI. über die Freiheit der Schiffahrt in der Adria.

▪ 1717 - 1718: Österreich besetzt Sardinien und Sizielen gegen Spanien. Kaiser Karl VI. befehlt den britischen Vizeadmiral Lord Forbes eine kaiserliche Kriegsmarine in diesen Gewässern zu errichten.

▪ 1719: Gründung der “privilegierten Orientalischen Compagnie” in Wien zum Handel mit den türkischen Ländern, später auch mit Portugal. Gründung der “Ostendischen Handelsgesellschaft” in Ostende zum Handel mit Ost-und Westindien, Afrika und China.

▪ 1725: Kaiser Karl VI. ernennt den britischen Vizeadmiral Deigham zum Marine-kommandanten, der bis 1733 in Amt bleibt und in Triest drei Linienschiffe, eine Fregatte, mehrere Galereen sowie eine Anzahl kleinerer Fahrzeuge erbauen läßt.

▪ 1728: Errichtung eines ersten Marinearsenals in Triest, Schiffbaumeister Boyer.

▪ 1730: Erstes kaiserliches Marinereglement für die österreichische Marine.

▪ 1733: In Porto Re (Fiume) Marinearsenal und Schiffbauplatz für Kriegsschiffe begonnen. Krieg Frankreich, im Bund mit Spanien und Savoyen, gegen Österreich. Bei Kriegsbeginn befinden sich die österreichisch-neapolitanischen Seestreitkräfte in einem trostlosen Zustand. Reorganisationversuche des Grafen Pallavicini, von 1733 zu 1738 “General der Galeeren un der übrigen Marina”.

▪ 1734: Vier kaiserlich-neapolitanischen Galeeren gelingt der Ausbruch aus Neapel durch die spanische Blockadeflotte und die Vereinigung nit den übrigen Einheiten in Messina. Nach der österreichischen Landniederlage bei Bitonto in Süditalien sind die fahrbereitene Flottenreste zum Rückzug nach Triest gezwungen.

▪ 1735 - Februar: Alle ex-neapolitanischen Flotteneinheiten in Triest werden dem Wiener Hofkriegsrrat unterstellt und durch Ankäufe von Handelsschiffen verstärkt. Über diese “Alte Triester Marine” sind jedoch fast keine Unterlagen erhalten.

▪ 1737 - 1739: Zweiter Türkengrieg Kaiser Karls VI. Eine Neuaufstellung der Donauflottille ist notwendig, dazu zahlreiche Kriegsschiffe und Transporter neu gebaut warden. Befehlshaber dieser Streitmacht ist General Graf Pallavicini, der frühere Kriegsmarinebefehlshaber in der Adria.

▪ 1739: Rückzug der Donauflottille. Drei Kriegsschiffe müssen neben Belgrad selbst versenkt werden. Frieden wird geschlossen: alle 1718 ervorbene Gebiete in Südosten samt Belgrad erneut für Österreich gehen verloren.



1740-1770



▪ 1748 - 1749: Verträge mit den nordafrikanischen Seeräuberstaaten Algier, Tunis und Tripolis, um gegen Tributzahlungen einen Schutz der österreichischen Kauffahrer zu erreichen, die unter der Flagge von Toskana segeln mußten, da die kaiserliche keinerlei Anerkennung und Schutz genoß.

▪ 1753: Einrichtung einer ständigen Seeküstenwacht in Triest unter Ausrüstung eines Wachtshiffes.

▪ 1764 - 1768: Infolge Kriegserklärung des Seeräuberstaates Algier an Österreich Erbauung einiger Kriegsschiffe, Anfangs von zwei Fregatten zu je 30 Kannonen in Porto Re (Fiume). Bewaffnung von zwei Handelsschiffen. Bald darauf gelangt man zum Erkenntnis daß diese Schiffe zum Kampf unzureichend waren und schloß ein Tributabkommen mit dem Gegner im 1769.

▪ 1770 - Mai: Wegen zu hoher Unterhaltungskosten, Abgabe der beiden neuerbauten Fregatten an Toskana, welches dafür den Schutz der österreichischen Kauffahrer übernimmt. Als Protest gegen diese Maßnahme legt der Marinekommandant sein Amt nieder.



1771-1785



▪ 1770 - 1780: Ausbau des Triester Hafen, Förderung des Hochseeschiffbaues und der Reedereien durch den Staat.

▪ 1775: Gründung der “Triester Ostindischen Handlungs-Compagnie” mit kaiserliche Förderung durch Kapitän Bolts zur Anknüpfung von Handelsbeziehungen mit dem Fernen Osten. Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wird die Gesellschaft im 1785 von den Seehandel der großen Seemächte zur Auflösung gezwungen Bis 1776 war in Österreich auch noch kein einziges Schiff für große Fahrt gebaut worden.

▪ 1777 - März: Gründung einer befestigten österreichischen Niederlassung in der Delagoa-Bai in Ostafrika unter k.k. Flagge durch das bewaffnete Handelsschiff Joseph und Theresia, Komandant Kapitän Bolts.

▪ 1778: Gründung einer österreichischen Kolonie auf den Nikobaren im Indischen Ozean sowie von Handelsniedererlassungen an der Malabar-Küste, in Pegu und Rangoon (Birmanien) und China. Alle gehen jedoch nach einigen Jahren wegen Fehlens einer eigenen Kriegsmarine wieder ein.

▪ 1780: Fürst Kaunitz legt Kaiser Joseph II. bei dessen Regierungsantritt seinen Flottenplan von 19 Kriegsschiffe vor.



1786-1791



▪ 1786: Zwei bewaffnete angekaufte Kutter werden nach Triest von Belgien verlegt: sie bilden die Keimzelle der “1.Triester Marine”

▪ 1786 - 20. März: Flaggenbefehl Kaiser Josephs II.: statt des bisherigen schwarzen kaiserlichen Doppeladlers in goldenem Feld Einführung der Flagge Rot-Weiß-Rot mit demselben goldumrandeten Wappen in Mittelfeld, überhöht von der erzherzoglichen Bügelkrone, für sämtliche Schiffe, Seebehörden und Häfen der Monarchie.

▪ 1788: Türkenkrieg Kaisers Josephs II.: Österreich an der Seite Rußland gegen die Türken. Die erwartete russische Deckungeskadre für die Adria zum Schutz der österreichischen Küsten kann infolge der Kriekserklärung Schwedens an Rußland nicht auslaufen. Deshalb kaiserlicher Verteidigungbefehl zur Befestigung von Triest und Fiume, Charterung von Kauffahrern in Triest und Fiume zur Küstenverteidigung. Marinekommandant lokal Kapitän Bolts. Die Donaufregatte Maria Theresia wird als Batterie ausgerüstet, Armierung andere Batterieschiffen und Neubau von Kannonierbooten.

▪ 1786 - Juni-Juli: Gefechte mit den türkischen Flottille.

▪ 1786 - August: Vor Belgrad mehrere erfolgreiche Gefechte der kaiserlichen Flottille: bis Oktober sind zehn türkische Kriegsschiffe versenkt.

▪ 1791: nach Friedenschluß wird von Kaiser Leopold II. aus Sparsamkeitgründen die Donauflottille volständig aufgelassen: die Fahrzeuge werden verkauft oder abgebrochen, die österreichische Marine in der Adria wird stark reduziert.



1792-1797



▪ 1792: Französische Kriekserklärung an Österreich, weil dieses ein Bündniss mit Preußen schloß.

▪ 1793: Vereinigung von Österreich, Preußen, den deutschen Staaten, England, Holland, Spanien, Portugal, Neapel und Sizilien zu einer großen Koalition. Blockade der französischen Küsten durch die britische Flotte.

▪ 1793 - 1796: Koaliktionskrieg gegen Frankreich. Ein Sonderfriede Frankreichs 1795 mit Preußen, Spanien und Toscana führt zur Sprengung der “Großen Koaliktion”, dafür Abschluß eines österreichischen-englisch-russischen Bündnisses. Da in disem Krieg die “Triester Marine” kaum imstande ist die österreichischen Küstengewässer auch nur gegen Korsaren zu schützen, Selbsthilfe der Handelskreise durch Ausrüstung einer Anzahl bewaffneter Schiffe in der Adria.

▪ 1796 - 1797: Der siegreiche Feldzug des französischen Generals Bonaparte in Norditalien führt zum Verlust dieses Gebietes. Verstärkung der österreichischen Seestreitkräfte zur Verteidigung Triests durch die restlichen 14 bewaffnete Fahrzeuge unter Befehl der Triester Platzenkommandant Graf Attems. Eine französische Flottille besetzt Ancona.

▪ 1797 - 4. März: Beim Kreuzung der Schebeken “Colloredo” und “Henricy” sowie der Kannonierschaluppen “Aquila” und “Ercole” im Golf von Triest können einem französischen Korsaren zwei Prisen abgejagt werden.

▪ 1797 - 23. März: Räumung Triest von den eindrigenden französichen Truppen, vorher jedoch Abtransport von Artillerie und Munition der Befestigungen auf 40 Handelsschiffen unter Geleitschütz der Schebeken “Colloredo” und “Henricy” nach dem kroatischen Litorale.

▪ 1797 - 9. Juli: Aufstellung einer österreichischen Gardaseeflottille von 15 Fahrzeuge unter Hauptmann Mohr.

▪ 1797 - 17. Oktober: Im Frieden von Campo Formio erhält Frankreich Venetien und dessen Besitzungen in Istrien und Dalmatien und wird dadurch Großmacht in der Adria. Besetzung des Gebiets von Triest und Venezianisch-Istrien durch k.k. Marineeinheiten. Ausrüstung eines Seearmements von Schwimmenden Batterien in Triest. Die maritime Stützpunktkette Österreichs reicht nunmehr von Triester Golf bis nach Cattaro. Marinekommandant ist während dieser Zeit erst Major Simpson, dann Oberstleutnant von Williams.



1798-1803



▪ 1798 - 18. Januar: Zweiter Koalitionsbund gegen Frankreich. Einmarsch in Venedig wo die Franzosen fast alle venezianischen Kriegsfahrzeuge zerstört hatten.

▪ 1798 - Februar: Ein Teil der von den Franzosen versenkten Kriegsschiffen im Arsenal von Venedig kann in die k.k. Flotte eingestellt warden, die von 1798 bis 1806 die Bezeichnung Österreichisch-Venezianische Krieksmarine führt. Diese Verstärkung gestattet nun eine Stationsbesetzung in Istrien und Dalmatien durch 36 Kriegsfahrzeuge. Das Marinekommando übernimmt der vezianische Geheimrat Generalleutnant Querini von 1798 bis 1801, dem anfangs nur die ex-venezianische, ab März jedoch dann auch die “Triester Marine” unterstellt ist, wobei beide Marinen anfangs volkommen getrennt existieren.

▪ 1798 - 22. Februar: Einstellung des Kriegsschiffbaues in Triest, Fiume und Zengg, wegen des nunmehr vorhandenen Venedigs Arsenals.

▪ 1799: Zweiter Koalitionskrieg gegen Frankreich. Aufstellung in Venedig einer Lagunenflottile. Ein britisches Geschwäder unter Admiral Nelson vor neopolitanischer Küste und Malta, ein russsisches Geschwäder unter Admiral Uschakow vor Neapel und Sizilien. Kämpfen der österreichische Po-Flottile gegen die französische Flottille die volkommen, am 11. April, vernichet wird.

▪ 1799 - Juli: In Livorno Ausrüstung von 18 österreichischen Korsaren für Kreuzungdienst, Handels- und Geleitschutz.

▪ 1799 - August: In Venedig Ausrüstung der k.k. “Squadriglia Dalmata in Corso” zum Krezungdienst in Istrien und Dalmatien.

▪ 1799 - 14. November: Das französische besetzte Ancona kapituliert nach sechsmonatiger Belagerung von den österreichischen Land- und Seestreikräfte.

▪ 1799 - Dezember: fast ganz Oberitalien ist durch die k.k. Armeen besetzt. In Spezia Aufstellung einer “k.k. Flottille an der Riviera” unter dem Flottillenkommandanten Marinemajor Chevalier de L’ Espine

▪ 1800 - April: In Livorno Ausrüstung einer österreichischen Korsarenflottille von 12 Fahrzeugen durch Marinenleutnant Schram.

▪ 1800 - Juni: Österreichischer Rückzug aus Italien, Verteidigungsbefehl für Ancona und Venedig. Auflösung der “k.k. Flottille der Riviera”

▪ 1800 - April: Neuer General-Kommandant der Marine wird Graf de L’ Espine.

▪ 1802 - Die meisten Kriegsfahrzeuge werden ausgerüstet, für den Rest neuer Stationsorte festgesetzt: Lagunen Venedig, Triest, Pirano, Porto Rose, Porto Rè, Pago, Carlopago, Zara und Cattaro.



1804-1806



▪ 1804: Bonaparte, als Napoleon I., ist Kaiser der Franzosen: das “Heilige Römischer Reich Deutscher Nation” hat praktisch zu bestehen aufgehört. Kaiser Franz II. nimmt, als Franz I., den Titel Kaisers von Österreich an. Das bisherige Symbol des Römisch-Deutschen Reiches, der schwarze Doppeladler in goldenem Feld, wird als Wappen des neuen Kaiserstaates Österreich übernommen.

▪ 1805: Dritter Koalitionskrieg: Frankreich mit Spanien, Bayern, Baden, Hessen, Nassau und Würtemberg verbündet gegen Österreich, England, Rußland, Schweden und Neapel. Nach der Niederlage bei Ulm, die Franzosen besetzen Tirol, Graz und Wien; Venedig ist von der Landseite eingeschlossen. Abtransport des Armeematerials über See zur Verteidigiung Dalmatiens. Die österreichische Geleitseeschiffskräfte ist von Korvette “Aquila”, Galeotta “Buon Destino” und von Trabakeln “Cammello”, “Dromedario” und “Ercole” gebildet.

▪ 1805 - 27. Dezember: Friedenschluß zwischen Frankreich und Österreich: das Triester Gebiet, der Rest Istrien mit Pisino, Abbazia, Fiume mit den kroatischen Küstenland sowie die Gebiete von Zengg und Carlopago bleiben österreichisch.

▪ 1806 - 19. Januar: Einmarsch in Venedig französischer Truppen; Übergabe eines Großteils der k.k. Flotte in Venedig an das neue Königreich Italien.

▪ 1806 - 4. März: Bildung aus den verbliebenen österreichischen Flottenresten der “2. Triester Marine” (1806-1809) 26 Fahrzeuge umfassend.



1807-1814



▪ 1809 - 9. April: Kriegserklärung Österreichs an Frankreich. Am ersten Kriegstag durch leichte Marineeinheiten Grado besetzt. Besetzung Istriens im Zusammenwirken mit britischen Kriegsschiffe. Alle Hafen werden für britische Schiffe frei erklärt.

▪ 1809 - 19. April: Brigg “Delfino” erbeutet nach Niederkämpfung der Batterien von Rovigno die französische Kannonierschaluppe “La Ninfa”.

▪ 1809 - Oktober: Im Friedensvertrag verliert Österreich alle Küstengebiete und Inseln. Damit ist Österreich vom Meer abgeschnitten und behält nur das Seehandelsrecht für Ein- und Ausführ über Fiume. Auflösung der Einheiten der k.k. Kriegsmarine die bis Jahresende verkauft oder versteigert werden. Keine österreichische Kriegsmarine mehr bis 1813.

▪ 1813: Bündniss zwischen Österreich, Preußen, Rußland und Schweden gegen Frankreich.

▪ 1813 - 26. August: Österreichischer General Laval Nugent erreicht bei Porto Rè die Adria. Vormarsch gegen Fiume. Blockade Triests. Istrien von Zengg bis sum Isonzo sind wieder österreichisch.

▪ 1813 - 29. Oktober: Übergabe Triest. Von August 1813 bis Juni 1814 Rückeroberung Dalmatiens.

▪ 1813 - November: In Triest Ausrüstung der ersten Fahrzeuge für die neue k.k. Marine: erste 4 Fahrzeuge in Dienst gestellt. Marinekommandant Graf de L’ Espine. Venedig von Landseite angeschlossen und durch britische Kriegsschiffe von Seeseite blockiert, bis zur Übergabe im Frühjahr 1814.

▪ 1813 - 5. Dezember: Bei der Besetzung von Zara werden die dort liegenden französischen und italienischen Kriegsschiffe in die k.k. Marine übernommen.

▪ 1814 - 18. April: Nach dem Zusammenbruch des Königsreich Italien kommen die Lombardei und Venetien wieder an Österreich. Offizielle Wiederrichtung der k.k. Kriegsmarine.

▪ 1814 - 25. April: Übernahme der italienischen Marineeinheiten in Venedig durch Österreich.

▪ 1814 - Mai: Nach der erneuten Vereinigung der italienisch-venezianischen Marine mit den k.k. Seestreitkräfte werden alle größeren Kriegsschiffe abgerüstet. Auflösung der k.k. Gardaseeflottille.

▪ 1814 - 14. Juli: Generalmajor de Conninck Marinekommandant bis 1824.

▪ 1814 - 14. September: Bei einem nächtlichen Brand im Seearsenal von Venedig gehen die abgerüsteten Segellinienschiffe “San Bernardo” und “Castiglione” verloren.



1815-1820



▪ 1815 - März: Aufstellung einer österreichischen Eskadre in Venedig unter Kapitän Pasqualigo, bestehend aus: 1 Korvette, 1 Brigg, 2 Penichen, 3 Paranzen und 1 Transporttrabakel, sowie einer zweiten Schiffsdivision unter Kapitän Flanagan in Chioggia. Zusammen mit britischen Kriegsschiffe Blockade Anconas durch Eskadre Pasqualigo.

▪ 1816: Infolge drastischer Sparmaßnahmen des Kaiser, bleiben in Dienst nur Fahrzeuge für Polizei, Zoll und Sanität. In der folgenden dreißigjährigen Friedensperiode bildet Venedig mit seinem großen Seearsenal den Hauptstützpunkt der k.k. Kriegsmarine bis 1848. Beginn der Vermessung der adriatisch-dalmatinischen Gewässer.

▪ 1817 - April: Missionreise der Fregatten “Austria” und “Augusta” nach Rio de Janeiro in Brasilien bis September 1818 anläßlich der Vermählung der Kaisertochter Erzherzogin Leopoldine mit dem Thronfolger Brasiliens. Erste überseeische Tätigkeit österreichischer Kriegsschiffe.

▪ 1820: Einrichtung eines regelmäßigen Postdienstes nach der Levante durch kleine österreichische Kriegsfahrzeuge. Im 1837 wird diese Einrichtung durch den “Österreichischen Lloyd” übernommen.

▪ 1820 - Juli: Handelsmission bis 1822 der österreichischen Korvette “Carolina” nach China mit österreichischem Generalkonsul.

▪ 1820 - August: Brigg “Dalmato” und Kanonierschaluppe “Adirata” gehen im schweren See verloren.



1821-1827



▪ 1821: Schutz des Königreich beider Sizilien gegen Revolutionsarmee. Am 24. März Besetzung Neapels. Eine k.k. Eskadre kreuzt in den süditalienischen Gewässer: sie besteht aus 2 Fregatten, 4 Briggs, 4 Goeletten, 3 Paranzen, 3 Kannonierschaluppen als “Schiffsdivision vor Neapel” unter Kapitän Paolucci.

▪ 1821 - 1830: Bildung einer “Schiffsabteilung in Griechenland und in der Levante” welche in den Jahren des griechischen Freiheitskampfes zum Schutz des ansehnlichen österreichischen Seehandels gegen zahlreiche Übergriffe griechischer Freibeuter in den dortigen Gewässer kreuzt. Sie besteht Anfangs aus 1 Fregatte, 1 Korvette, 2 Briggs und 2 Goeletten und wird später durch die “Schiffsdivision vor Neapel” verstärkt und umfaßt schließlich 22 k.k. Kriegsschiffe unter dem Befehl von Kapitän Paolucci, Kapitän Dandolo und Kapitän Accurti, mit dem Haupthafen Smyrna.

▪ 1824 - 20. März: Das k.k. Marinekommando in Venedig wird vom örtlichen Heereskommando getrennt und ist nun als “Marine Oberkommando” direkt dem Hofkriegsrat unterstellt. Neuer Marinekommandant wird bis 1844 Vize-Admiral Marquis Paolucci. Unter ihm Neugliederung der Marine, Kriegshafen sind Venedig, Triest und Zara.

▪ 1824 - 13. November: Die Goelette “Aretusa” versenkt ein griechisches Piratenschiff.

▪ 1826 - 28. September: Die Korvette “Carolina” versenkt ein griechisches Piratenschiff.

▪ 1827 - August: die Goelette “Elisabetta” versenkt im Golf von Saloniki zwei griechische Seeräuberschiffe.

▪ 1827 - 16. November: die Goelette “Sofia” versenkt im Korfu-Kanal ein griechisches Seeräuberschiff.



1828-1839



▪ 1828 - 1829: Nach Übergriffen marokkanischer Piraten gegen österreichische Handelsschiffe muß eine k.k. Schiffsdivision unter Kommandant Bandiera, bestehend aus 2 Korvetten, 1 Brigg und 1 Goelette, die Sicherkeit der Kauffahrtei in der nordafrikanischen Gewässer wiederherstellen. Am 2. Juni 1829 Angriff von Adria, Carolina und Veneto auf die befestigte marokkanische Stadt El Araisch am Atlantik: dabei werden zwei Korsarenbriggs in Brand gesteckt.

▪ 1830: Gründung in Wien der “Ersten k.k. privilegierten Donau-Dampfschiffsfahrts-Gesellschaft” (DDSG) zur Passagier-und Frachtfahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer.

▪ 1833 - 10. April: Corvette “Abbondanza” im schweren Wetter Nachts bei Brindisi gestrandet und verlorengegangen.

▪ 1836: Gründung in Triest des “Österreichischen Lloyd”

▪ 1839 - 1841: Orientkrise infolge des Kriegs zwischen den türkischen Sultan und seinem Vizekönig in Ägypten. Hilfeansuche der Türkei an die europäischen Großmächte.



1840-1847



▪ 1840 - August: Teil der k.k. Levantdivision unter Kommandant Bandiera auf Fregatte “Medea” (2 Fregatten, 3 Korvetten, 2 Briggs, 1 Goelette, 1 Raddampfer) vereinigen sich vor Alexandrien mit einem britisch-türkischen Flottenverband unter britischem Befehl.

▪ 1840 - September: Blockade Beiruts durch die vereinigte Flotte. Ab 10. zu 14. September Beschießung von Beirut durch “Medea”, “Guerriera” und “Lipsia”. Besetzung der gesamten syrischen Küste.

▪ 1840 - 25. September: Gemeinsam mit britisch-türkischen Verband Beschießung und Erstürmung von Saida (Sidon), dabei zeichnet sich besonders die Landungsabteilung von “Guerriera” unter Erzherzog Friedrich aus.

▪ 1840 - 4. - 5. November: Gemeinsam mit britisch-türkischen Verband Beschießung und Einnahme durch “Medea”, “Guerriera” und “Lipsia” der Stadt St. Jean d’ Acre (Akkon).

▪ 1840 - 10. Dezember: Der ägyptische Vizekönig gibt Syrien zurück und anerkennt die türkische Oberhoheit.

▪ 1842 - Juni: Instruktionsreise der Fregatte “Bellona” nach England bis Januar 1843.

▪ 1844: Schulreise der Fregatte “Bellona” nach England un den Azoren.

▪ 1845 - 17. März: Vereinigung von Adria- und Levantedivision zur Levanteeskadre. Schulreise der Fregatte “Bellona” nach England.

▪ 1847: Vize-Admiral Graf Dandolo wird Marinekommandant, nach dessen Tod im gleichen Jahr folgt Vize-Admiral Martini, bis 1849, nach.



1848



▪ 1848 - März: Beim Ausbruch der Revolution in den österreichischen Gebieten Italiens stellen sich von 162 kaiserlichen Kriegsfahrzeugen 113 mit vorwiegend italienischen Besatzungen auf die Seite der aufständischen Venezianer. Ermordung des Arsenalkommandanten von Venedig, Linienschiffskapitän von Marinovich. Das Marinekommando weicht nach Triest aus.

▪ 1848 - 24. März: Kriegserklärung des Königsreich Sardinien an Österreich. Räumung der Lombardei durch Österreich.

▪ 1848 - 27. März: Vereinigung aller restlichen k.k. Kriegsschiffe in Triest und Pola. Nach Entlassung aller italienischen Besatzungsteile werden die Lücken durch Heeresangehörige aufgefüllt, gleiches geschiet später in Dalmatien. Ablösung der bisherigen Eskadrekommandanten durch Kapitän von Kudriaffsky. Beginn der Blockade Venedigs. Aufstellung einer “Ruderflottille Friaul” unter Marinehauptmann Uiejsky mit Station Porto Buso bei Grado. Anfangs stehen zur Blockade Venedigs nur Fregatte “Bellona”, Brigg “Montecuccoli” und der Dampfer “Vulcano”; zehn Tage später noch die Fregatten “Venere” und “Guerriera”, die Korvette “Adria” und die Brigg “Oreste”, “Pola” und “Triest”, wobei die Streitmacht im Verlauf der Blockade die Stärke von 30 Einheiten erreicht.

▪ 1848 - 22. Mai: Eine sardinische Eskadre unter Kontre-Admiral Albini (3 Fregatten, 1 Brigg, 1 Schoner) vereinigt sich vor Venedig mit neapolitanischen und venezianischen Kriegsschiffe und zwingt die unterlegene österreichische Eskadre zum Rückzug nach Triest, wo diese vom 23. Mai bis 12. August blockiert wird. Beide Gegner haben Befehl sich zu verteidigen, jedoch nicht anzugreifen.

▪ 1848 - 6. Juni: Kanonaden zwischen den Eskadren und den Hafenbefestigungen von Triest. Während Gegnerangriff auf Caorle wird die Munitionskammer der venezianische Peniche “Furiosa” getroffen und das Schiff explodiert.

▪ 1848 - August: Nach einer Reihe österreichischer Siege räumt der Gegner die Lombardei. Waffenstillstand. Auf Grund dieser Lage räumt die feindliche Blockadeeskadre den Golf von Triest und zieht sich nach Venedig zurück. Weil für Neubauten keine Zeit, werden Dampfer des “Österreichischen Lloyd” in die Marine eingestellt.

▪ 1848 - 8. September: Abzug der feindlichen Blockadeeskadre aus den venezianischen Gewässern nach Ancona.

▪ 1848 - 15. September: Wiederaufnahme der Blockade Venedigs durch österreichische Kriegsschiffe.

▪ 1848 - November: Von der österreichischen Blockadeeskadre vor Venedig gehen die Fahrzeuge abwechselnd zur Reparatur nach Pola.



1849



▪ 1849 - Januar: Provisorische Etablierung der Marine in Triest, ebenso Neugründg der Marineakademie an diesem Platz.

▪ 1849 - 20. März: Wiederbeginn des österreichisch-sardinischen Krieges in Italien. Durch den neuen Marinekommandanten Vize-Admiral von Dahlerup energische Maßnahmen zur Blockade Venedigs sowie zur Reorganisation der Marine. Auffrischung des Offizierkorps mit deutschen Elementen, Einführung der deutschen Dienstsprache.

▪ 1849 - 26. April: Neben Malamocco Gefecht der k.k. Raddamfer “Vulcano” gegen dem vezianischen Gegenspieler “Pio IX” der zum Rückzug gezwungen wird.

▪ 1849 - 22. Maj: Ein k.k. Flottenverband, bestehend aus den Fregatten “Bellona”, “Venere” und “Guerriera”, sowie den Raddampfern “Maria Dorotea”, “Trieste” und “Curtatone”, verläßt mit Landungstruppen an Bord Pola zu einer Unternehmung gegen Ancona. Ein Angriff von See ist infolge der starken Befestigungen nicht ratsam, deshalb wird die Stadt von der See- und Landseite blockiert.

▪ 1849 - 27. Mai: Einnahme des vezianischen Forts Marghera.

▪ 1849 - 4. Juni: Einnahme des vezianischen Forts Brandolo, südlich von Venedig.

▪ 1849 - 19. Juni: Nach wiederholten Beschießungen Anconas von der Land- und Seeseite wird die Stadt übergeben. Der päpstliche Raddampfer “Roma” wird unter den kaiserlichen Farben in Dienst gestellt.

▪ 1849 - 4. Juli: Venezianischer Ausfall von drei Dampfern, “Pio IX” und mehreren Trabakeln durch Raddampfer “Curtatone” zurückgewiesen, später noch unterstützt von Brigg “Montecuccoli” und Raddampfer “Custoza”.

▪ 1849 - 3. August: Gefangennahme mehrer Garibaldi-Freischaren: 12 Fahrzeuge genommen und 162 Gefangene eingebracht.

▪ 1849 - 6. August: Friede zwischen Österreich und Sardinien.

▪ 1849 - 11.-12. August: Vor Chioggia nächtlicher Brandangriff der Venezianer auf Fregatte “Venere” abgewehrt, Brand gelöscht.

▪ 1849 - 22. August: Kapitulation Venedigs.

▪ 1849 - 27. August: Die verlassenen venezianischen Kriegsschiffe werden durch Österreich übernommen.

▪ 1849 - 5. November: Eindeutschung der italienischen Schiffsnahmen, Küsten und Lagunenfahrzeuge sollen ihren lateinischen Namen behalten.

▪ 1849 - 17. November: Reise des Dampfers “Maria Anna” nach Tunis bis Januar 1850: Einsetzung des österreichisches Generalkonsul.

▪ 1849 - 21. November: Fregatte “Venus” Schulreise nach England.



1850-1858



▪ 1850: Pola wird anstelle Venedigs österreichischer Hauptkriegshafen.

▪ 1852 - 4. März: Raddampfer “Marianna” in der Nordadria infolge Kessel-explosion im Sturm gesunken.

▪ 1854 - 10. September: Konteradmiral Erzherzog Ferdinand Max, der jüngere Bruder des Kaisers wird Marinekommandant.

▪ 1856: Grundsteinlegung für das k.k. Seearsenal in Pola.

▪ 1857 - 30. April: Segelfregatte “Novara” verlaßt Triest zur ersten Weltumsegelung durch ein ősterreichisches Kriegsschiff. Sie ist gleichzeitig Forschungsreise und dauert zwei Jahre.



1859-1866



▪ 1859 - 9. Mai: Explosion und Untergang der k.k. Kriegsbrigg “Triton” vor Ragusa. Erneut Krieg Österreichs gegen das mit Frankreich verbündete Sardienien um die Lombardei, welche nach eine Reihe österreichischer Niederlagen zu Lande infolge mangelhafter Ausrüstung nun endgültig verlorengeht. Zahlreiche kleinere Gefechte von k.k. Kriegsfahrzeugen gegen die stark überlegene französische Flotte in dalmatischen Gewässern.

▪ 1864: Konflikt der Verbündeten Österreich und Preußen mit Dänemark wegen Schleswig. Am 9. Mai unentschiedenes Gefecht eines österreichisch-preußischen Geschwaders unter Kommodore Tegetthoff (k.k. Schraubenfregatten “Schwarzenberg” und “Radetzky”, preußische Kanonenboote “Blitz” und “Basilisk”, Radavisor “Preussischer Adler”) gegen einen überlegenen dänischen Verband (Schraubenfregatte “Niels Juel” und “Jylland”, Schraubenkorvette “Heimdal”) bei Helgoland. Die blockade der deutschen Nordsee- Flußmündungen wird von Dänemark daraufhin aufgegeben.

▪ 1866: Der Konflikt Österreichs mit Preußen, das mit Italien verbündet ist, um Holstein führt zu einem Zweifrontenkrieg. Trotz des Sieges der k.k. Flotte unter Konteradmiral Tegetthoff über die italiener bei Lissa am 20. Juli und der siegreichen Landschlacht bei Custoza endet der Krieg nach dem Sieg der Preußen bei Könichgrätz - dank besserer Ausrüstung und Taktik - mit einer Niederlage für Österreich. Diese führt in Süden zum endgültigen Verlust Venetiens, im Norden jedoch zur Begründung der preußischen Vorherrschaft in Deutschland.



1867-1877



▪ 1867: “Ausgleich” Österreichs mit Ungarn.

▪ 1868: Die neue Kriegsflagge wird eingeführt, gleichzeitig Änderung der bisherigen Bezeichnung “k.k.” (kaiserlich königlich) für die Wehrmacht in k.u.k. (kaiserlich und kőniglich). Ernennung Vizeadmirals von Tegetthoff zum Marinenkommandanten, Reorganisation der Flotte.

▪ 1869 - 20. Februar: Untergang der Schraubenfregatte “Radetzky” im Kanal von Lissa nach Munitionsexplosion. Entsendung einer Schiffsabteilung in den Golf von Cattaro zur Niederwerfung des Aufstandes in der Crivoscie.

▪ 1869 - November: Anwesenheit eines k.u.k. Geschwaders mit S.M. Kaiser Franz Joseph I. an Bord bei der Eröffnung des Suezkanals.

▪ 1871 - 7. April: Vizeadmiral von Tegetthoff im Alter von 44 Jahren gestorben.

▪ 1872: Österreichische-ungarische Nordpolexpedition mit dem Forschungsschiff “Admiral Tegetthoff”.

▪ 1874 - 20. November: Strandung und Verlust der k.u.k. Kriegsbrigg “Saida” in der Straße von Messina in einem Orkan.



1878-1899



▪ 1878: Besetzung Bosniens und der Herzegowina nach Vereinbarung mit der Türkei durch k.u.k. Truppen unter Mitwirkung der ersten österreichischen Monitore “Maros” und “Leitha” auf der Save.

▪ 1882:Abschluß des Dreibundes Österreich-Ungarn, Deuschland, Italien welcher nach Verlängerungen bis 1915 in Kraft bleibt.








Bild 11 - Am 30. Januar 1889 stirbt bei Mayerling, mit seine Geliebte Maria Vetsera, der Throhnfolger Erzherzog Rudolph von Habsburg, einziger männlicher Sohn des kaiserliches Ehepaar.
Ungeschickte Ansichtskarte.



▪ 1895: Entsendung einer k.u.k. Kreuzerdivision in die Ostsee zur Teilnahme an der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals.

▪ 1896: Erzherzog Franz Ferdinand wird Tronfolger. Er ist in Zeit seines Lebens ein großzügiger Főrderer und Freund der k.u.k. Kriegsmarine.

▪ 1896-1897: K.u.k. Flottendemonstratioten vor Kreta im griechisch-türkischen Krieg.



Bild 12 - Am 10. September 1898, in Genf, ein italienischer Anarchist ermordert Elizabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach (1837 - 1898), in Bayern Herzögin geboren, Kaiserin von Österreich, apostolische Königin von Hungarn und Königin von Böhmen und Kroatien, weil sie die Gemahlin von Franz Joseph von Österreich war.
“Die Welt ahnt gar nicht wie sehr wir uns geliebt haben, ich will diese besondere Frau in besonderer Weise ehren Franz Joseph”.
In kursiv auf Deutsch geschriebene Ansichtskarte, am 17.9. 1898 geschickt.


▪ 1898: Entsendung des Panzerkreuzers “Maria Theresia” in die westindischen Gewässer zur Wahrung der österreichischen-ungarischen Interessen im Krieg Spanien-USA.



1900-1913



▪ 1900: Auch ein k.u.k. Geschwader nimmt in China teil an den Maßnahmen zum Schutze der dort lebenden Europäer anläßlich des fremdenfeindlichen Boxeraustandes. Erfolgreiche Teilnahme des Landungskorps an den Kämpfen zusammen mit anderen ausländischen Detachements.

▪ 1905: Flottendemonstrationen der europäischen Großmächte unter Führung österreich-ungarischer Flotteneinheiten gegen die Türkei in den griechischen Gewässern vor Mazedonien.

▪ 1908: Anläßlich der “Jungtürkischen Revolution” Annektion der seit 1878 besetzten Gebiete Bosniens und Herzegowina durch Österreich-Ungarn. Wegen ausländischer Proteste auch Flotten-Mobilmachung.

▪ 1912-1913: Österreichisch-ungarische Flottendemonstrationen in den adriatischen und griechischen Gewässer während der türkischen Balkankrieges.



1914



▪ 1914 - 28. Juni: Die Ermordung des ősterreichischen-ungarischen Thronfolgerpaares in Sarajevo durch serbische Nationalisten gibt den indirikten Anstoß zum Beginn des Ersten Weltkriegs.




Bild 13 - “Nichts wurde mir verschont !”
Der alte Kaiser betet zu seine tragische gestorbene Beliebten:
der Bruder Maximilan, in Mexiko im 1867, erschoßt,
der Sohn Rudolph, Selbstmörder in Mayerling im 1889,
die Gemahlin Elizabeth, ermordert in Genf im 1898,
der Neffe Franz Ferdinand und seine Gattin, ermordert in Sarajevo im 1914

“Neues Leid und neue Wunden !
Wieder kamen schwere Stunden
Für den schmerzensreichen Kaiser.
Vielgeprüft und gottergeben
Trägt er dieses Dulderleben
Mit deer Größe eines Hiob.
Ehrfurcht dem gesalbten Greise !
Horcht, der Kaiser betet leise:
Gott, erhalte meine Völker !”



▪ 1914 - 23. Juli: Mobilisierung der gesamten k.u.k. Donauflottille.

▪ 1914 - 28. Juli: Österreich-Ungarns Kriegserklärung an Serbien.

▪ 1914 - 31. Juli: Allgemeine Mobilmachung aller österreichisch-ungarischen Streitkräfte.

▪ 1914 - Anfang August: Bedingt durch die gegenseitigen Bündnisse befinden sich die Mittelmächte Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich mit der Entente England, Frankreich, Rußland sowie Serbien und Montenegro in Kriegszustand. Feuertaufe der Donauflottille vor Belgrad.








Bild 14 - Ein deutscher und ein österreichischer Matrose mit die Fahnen der bezüglichen Kriegsmarinen. Ausgabe Bruder Köhn, Wien.
Ansichtskarte auf Tschechisch geschrieben, am 29.12.1915 gelaufen.



▪ 1914 - 7. August: Vorstoß der k.u.k. Hochsee-Eskadre in die Südadria zur Aufnahme der aus Messina kommenden deutschen Kreuzer “Goeben” und “Breslau”. Da diese aber in Richtung der türkischen Gewässer abdrehten, Abbruch der Aktion und Rückmarsch nach Pola.



Bild 15 - Ansichtskarte des deuschen Panzerkreuzer “Goeben”, die als Platzzeichen für ein Abendessen am Bord des Schiffes benutzt wurde.


▪ 1914 - 16. August: Dem Kreuzer “Zenta” wird vor Antivari von schweren französischen Flotteneinheiten der Rückweg Abgeschnitten, er geht nach tapferer Gegenwehr verloren.

▪ 1914 - 23. August: Das alte Torpedoboot “26” läuft beim Wachdienst vor Pola auf eine Mine und sinkt.

▪ 1914 - 9. September: Die Serben gewinnen einen Brückenkopf über die Save und schneiden dadurch den Patrouillenbooten “d” und “g” der Donauflottile den Rückweg aus Pancsova ab. Die Fahrzeuge werden bei Räumung des Platzes gesprengt, um nicht in Feindeshand zu fallen.

▪ 1914 - 14. September: Beschießung Belgrads durch Monitore der k.u.k. Donauflottille.

▪ 1914 - 28. September: Einheiten der k.u.k. Donauflottile brechen im schwersten gegnerischen Feuer zur Verstärkung von der Donau in die Save durch.

▪ 1914 - 22. Oktober: Monitor “Temes” sinkt in der Save nach Minentreffer und kann erst zwei Jahre später nach langer und mühevoller Bergungsarbeit gehoben und wieder instandgesetzt werden.

▪ 1914 - 22.-27. Oktober: Niederkämpfung der die Bucht von Cattaro beherrschenden gegnerischen Batterien auf die Bergstellungen des Lovcen durch das k.u.k. Linienschiff “Radetzky”.

▪ 1914 - 2. November: Der Kreuzer “Kaiserin Elizabeth” wird nach Verschießen der gesamten Munition bei der Verteidigung von Tsingtau gegen die Japaner vor Übergabe der Festung selbst versenkt.

▪ 1914 - 12. November: Kriegseintritt der Türkei auf seiten der Mittelmächte.

▪ 1914 - 2. Dezember: Einheiten der k.u.k. Donauflottile besetzen zusammen mit Herreseinheiten die serbische Hauptstadt Belgrad, welche jedoch am 15. Dezember wieder geräumt werden muß.

▪ 1914 - 20. Dezember: Das französische Unterseeboot “Curie” kommt bei den Versuch, in den ősterreichisch-ungarischen Hauptflottenstützpunkt Pola einzudringen, im U-Boot Netz der Hafensperre fest und sinkt nach dem Auftauchen im Feuer der Land- und Schiffsartillerie. Das Boot kann später geborgen und repariert werden und fährt für die Dauer des Krieges als “U 14” unter österreichisch-ungarischer Flagge.

▪ 1914 - 21. Dezember: Torpedierung des französischen Flaggschiffes “Jean Bart” in der Mitteladria durch U 12. Daraufhin ziehen sich die schweren franzősischen Seestreitkräfte für den Rest des Krieges in die Südadria zurück.



1915



▪ 1915 - 2. März: Handstreich leichter k.u.k. Seestreitkräfte gegen Antivari, dabei Vernichtung der montenegrinischen Königsjacht “Rumija”.








Bild 16 - “Ihr Völker merkt für jetzt und später.
So schwor zum Dreibund der Verräter”
Der König von Italien Vittorio Emanuele III drückt die Hand den Bundesgenossen, während er hinten den Rücken die zerissene Pakte versteckt.
Ungeschikte Ansichtskarte.


▪ 1915 - 27. April: Versenkung des französischen Panzerkreuzers “Leon Gambetta” in der Otrantostraße durch “U 5”.

▪ 1915 - 13. Mai: Als erstes deutsches Unterseeboot läuft “U 21”, aus der Nordsee kommend, in den Golf von Cattaro ein.

▪ 1915 - 15. Mai: Auf der Donau vor Belgrad wird das k.u.k. Patrouillenboot “c” durch serbische Landbatterie in Brand geschossen. Es muß auf Strand gesetzt werden und brennt vollständig aus.

▪ 1915 - 23. Mai: Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn.

▪ 1915 - 24. Mai: Die gesamte k.u.k. Hochsee-Eskadre beschießt am Morgen des ersten Kriegtages gegen Italien militärische Ziele entlang der italienischen Adriaküste, dabei wird vor Barletta der italienische Zerstőrer “Turbine” versenkt.

▪ 1915 - 8. Juni: Das italienische Luftschiff “Città di Ferrara” wird durch das k.u.k. Flugboot “L 48” über dem Quarnero abgeschossen.

▪ 1915 - 9. Juni: Das k.u.k. Unterseeboot “U 4” torpediert in der Südadria den britischen leichten Kreuzer “Dublin”.

▪ 1915 - 10. Juni: “U 11” versenkt in der Mitteladria das italienische U-Boot “Medusa” durch Torpedoschuß.

▪ 1915 - 27. Juni: “U 10” versenkt in der Adria das italienische Torpedoboot “5 P.N”.

▪ 1915 - 6. Juli: “U 26” versenkt in der Adria den italienischen Panzerkreuzer “Amalfi”.








Bild 17 - “Drei gegen acht”
Oben: die drei Herrscher von Türkisches Kaisertum, Deutschland und Österreich-Ungarn.
Unten: die Herrscher von Serbien, Rusßkand, Frankreich, Belgien, England, Montenegro, Japan und Italien (auf Ordung von Eintrittdatum im Krieg).
Historischer Zeitraum zwischen 23. Maj 1915 (Kriegserklärung von Italien gegen Österreich) und 14. Oktober 1915 (Kriegseintritt von Bulgarien zusammen mit die Zentrale Kaisertüme).
In kursiv auf Deutsch geschriebene Ansichtskarte, am 21.7. 1915 geschickt.



▪ 1915 - 18. Juli: “U 4” versenkt bei Pelagosa den italienischen Panzerkreuzer “Giuseppe Garibaldi”.

▪ 1915 - 5. August: “U 5” versenkt bei Pelagosa das italienische U-Boot “Nereide”. Bei einem Angriff auf Pola wird das italienische Luftschiff “Città di Jesi” vor dem Hafen abgeschossen.

▪ 1915 - 12. August: “U 12” läuft bei dem Versuch, in den Hafen von Venedig einzudringen, auf eine Mine und geht verloren.

▪ 1915 - 13. August: “U 3” wird in der Otrantostraße durch den französischen Zerstörer “Bisson” gerammt und versenkt.

▪ 1915 - 27. September: Das italienische Linienschiff “Benedetto Brin” explodiert und sinkt im Hafen von Brindisi infolge eines Agentenanschlags.

▪ 1915 - 5. Oktober: Kriegseintritt Bulgariens auf seiten der Mittelmächte, dadurch Öffnung des Nachschubweges in die Türkei. Beginn einer neuen Offensive der k.u.k. Streitkräfte gegen Serbien.

▪ 1915 - 11. Oktober: Nach erbitterten Kämpfe zweite Besetzung Belgrads durch k.u.k. Heereseinheiten, die von der Donauflottile wieder unterstüzt wurden.

▪ 1915 - 4.-5. Dezember: Unternehmung des k.u.k. Kreuzers “Novara” mit Zerstörer- und Torpedobootbegleitung gegen den albanischen Hafen San Giovanni di Medua, von wo aus die geschlagenen Reste der serbisch-montenegrinischen Armeen nach Italien evakuiert werden; das Französische U-Boot Fresnel und etwa zehn Handelsfahrzeuge werden dabei versenkt.

▪ 1915 - 29. Dezember: Unternehmung des k.u.k. Kreuzers “Helgoland” mit 5 Zerstörern gegen den albanischen Rückzugshafen Durazzo, bei welcher neben 3 Handelsfahrzeugen auch das franzősische U-Boot “Monge” vernichtet wird. Die beiden eigenen Zerstőrer “Lika” und “Triglav” geraten bei dieser Unternehmung in ein Minenfeld und gehen verloren. Der Versuch des Gegners. die k.u.k. Abteilung auf dem Rückmarsch abzufangen, mißlingt nach erbittertem Gefecht.



1916



▪ 1916 - 8.-10. Januar: Eroberung der montenegrinischen Bergstellungen auf dem Lovcen unter Teilnahme sämtlicher k.u.k. Seestreitkräfte im Golf von Cattaro.

▪ 1916 - 18. März: “U 6” versenkt in der Adria den französischen Zerstörer “Renaudin”.

▪ 1916 - 10. Mai: “U 6” gerät in der Otrantostraße in ein geschlepptes U-Boot-netz und wird nach dem Auftauchen von britischen Bewachern durch Artilleriefeuer versenkt.

▪ 1916 - 8. Juni: “U 5” vernichtet in der Adria den italienischen Hilfskreuzer “Principe Umberto” durch Torpedoschuß.

▪ 1916 - 23. Juni: “U 15” versenkt in der Otrantostraße den italienischen Hilfskreuzer “Città di Messina” sowie den franzősischen Zerstőrer “Forche”.

▪ 1916 - 10. Juli: “U 17” versenkt in der Otrantostraße den italienischen Zerstörer “Impetuoso” durch Torpedoschuß.

▪ 1916 - 14. Juli: Vernichtung des italienischen U-Bootes “Balilla” bei Lissa durch die k.u.k. Torpedoboote “65 F” und “66 F”.

▪ 1916 - 31. Juli: Das italienische U-Boot “Giacinto Pullino” strandet vor der Südspitze Istriens, wird durch k.u.k. Torpedoboote erbeutet, sinkt jedoch bei den darauffolgenden Abschleppversuchen.

▪ 1916 - 2. August: Das italienische Linienschiff “Leonardo da Vinci” explodiert und sinkt im Hafen von Tarent nach Agentenanschlag.

▪ 1916 - 27. August: Kriegseintritt Rumäniens auf seiten der Entente.

▪ 1916 - 28. August: Italienische Kriegserklärung an das Deutsche Reich. Die k.u.k. Donauflottille beschießt den rumänischen Hafen Giurgiu.

▪ 1916 - 15. September: Die k.u.k. Flugboote “L 135” und “L 132” versenken in der Adria das französische Unterseeboot “Foucault” durch Bombentreffer.

▪ 1916 - 2. Oktober: Zerstörung der im Rücken der verbündeten Heerestruppen der Mittelmächte über die Donau errichten rumänischen Kriegsbrücke bei Rjahovo durch Einheiten der k.u.k. Donauflottille. Dadurch gelang es, großen Teilen der übergesetzen gegnerischen Truppenverbände Nachschub und Rückzug abzuschneiden und sie zu vernichten.

▪ 1916 - 17. Oktober: “U 16” versenkt in der Adria den italienischen Zerstörer “Nembo”, geht jedoch bei der Explosion von dessen Wasserbomben gleichfalls verloren.

▪ 1916 - 21. November: Kaiser Franz Joseph I in Wien gestorben, Nachfolger wird sein Neffe Kaiser Karl I.



Bild 18 - Kaiser Karl I. von Österreich und König Karl IV. von Hungarn mit seine Gattin Zita von Borbone Parma und ihr Erstgeborene Otto.
Ungeschickte Ansichtskarte.


▪ 1916 - 23. November: Deckung des Donauübergangs der verbündeten Truppen der Mittelmächte bei Sistow durch Einheiten der k.u.k. Donauflottille.

▪ 1916 - 6. Dezember: Besetzung der rumänischen Hauptstadt Bukarest durch die verbündeten Landstreitkräfte der Mittelmächte.

▪ 1916 - 22.-23. Dezember: Erfolgreiches Gefecht einer k.u.k. Zerstőrergruppe in der Otrantostraße gegen mehrfache feindliche Übermacht.



1917



▪ 1917 - 8. Februar: Flottenkomandant Großadmiral Haus an Bord seines Flaggschiffes “Viribus Unitis” in Pola gestorben.

▪ 1917 - März: Kriegserklärung der USA an die Mittelmächte.

▪ 1917 - 31. März: “U 30” geht im mittleren Mittelmeer durch Wasserbomben eines britischen Bewachers verloren.

▪ 1917 - 15. Mai: Unternehmung der k.u.k. Kreuzer “Novara”, “Helgoland” und “Saida” gegen die alliierte Bewachung der Otrantostraße. Hierbei werden 14 Patrouillenfahrzeuge des Gegners versenkt. Auf dem Rückmarsch durch überlegene Feindkräfte gestellt, gelingt den eigenen Schiffen nach erbittertem Gefecht trotzdem der Durchbruch in ihre Ausgangbasis, den Golf von Cattaro. Das Flaggschiff “Novara”, durch Maschinentreffer bewegungsunfähig geworden, wird dabei in einem bravourösen Manöver von “Saida” in Schlepp genommen. Zur gleichen Zeit vernichtet eine k.u.k. Zerstörergruppe beim Angriff auf ein Gegnergeleit ein Handelsschiff sowie den italianischen Zerstörer “Borea”.

▪ 1917 - 16. Mai: “U 5” läuft im Kanal von Fasana auf eine Mine und geht verloren, kann jedoch später geborgen und wieder repariert werden.

▪ 1917 - 4. Juni: Der Zerstörer “Wildfang” läuft in der Nordadria auf eine Treibmine und geht verloren.

▪ 1917 - 11. Juni: “U 27” beschädigt bei Cerigo den japanischen Zerstörer “Sakaki” durch Torpedoschuß.

▪ 1917 - 13. Juli: Kriegseintritt Griechenlands auf seiten der Entente.

▪ 1917 - 22. September: Der Flußmonitor “Inn” läuft auf der rumänischen Donau auf eine Mine und sinkt, kann jedoch später wieder geborgen und repariert werden.

▪ 1917 - 27. September: K.u.k. Marineflugbote zerstören auf dem Flughafen von Jesi ein italienisches Luftschiff durch Bombenangriff.

▪ 1917 - 29. September: Beim Angriff von k.u.k. Marineflugbooten auf den Flughafen von Ferrara wird durch Bombentreffer die Ballonhalle samt dem darin befindlichen Luftschiff zerstört.

▪ 1917 - 5. Oktober: Auf dem Torpedoboot “TB 11” kommt es während einer Patrouillenfahrt zu einer lange vorbereitene Meuterei. Durch fremdnationale Elemente wird der deutsch- und ungarischsprache Besatzungsteil samt den Offizieren gefangengesetzt und das Boot unter weißer Flagge an der italienischen Küste dem Gegner übergeben.

▪ 1917 - 31. Oktober: Besetzung von Grado durch eine Landungsabteilung der k.u.k. Kriegsmarine.

▪ 1917 - 10. Dezember: Bei einem Nachtangriff italienischer Schnellboote auf den Hafen von Triest wird das Linienschiff “Wien” von MAS 9 torpediert und versenkt.

▪ 1917 - 16. Dezember: Waffenstillstand der Mittelmächte mit Rußland.



1918



▪ 1918 - Januar: Waffenstillstand der Mittelmächte mit Rumänien.

▪ 1918 - 1.-2-3. Februar: Aufstand von Kotor (Cattaro): am 1. Februar die Matrosen hißten rote Fahnen, entwaffneten die Offiziere und bildeten Matrosenräte. Nach der gewaltsamen Niederschlagung wurden die Rädelsführer des Aufstandes am 11. Februar 1918 um 6 Uhr früh bei Cattaro standrechtlich erschossen.

▪ 1918 - 21. Februar: “U 23” wird in der Otrantostraße vom italienischen Torpedoboot “Airone” durch Wasserbomben versenkt.

▪ 1918 - 3. März: Friedenschluß von Brest-Litowsk mit Rußland.

▪ 1918 - 17. März: Bildung der “k.u.k. Minensuchdivision im Schwarzen Meer” aus Einheiten der Donauflottille.

▪ 1918 - 1. April: Bildung der “k.u.k. Flottillenabteilung Wulff im Schwarzen Meer und auf den ukrainischen Flüssen” aus Einheiten der Donauflottille. Der Verlegung nach Odessa, Cherson und Nikolajew folgt das Befahren der südukrainischen Flüsse im Patrouillendienst.

▪ 1918 - Anfang April: Beginn der Minensucharbeiten im Schwarzen Meer vor der Donaumündung durch die k.u.k. Minensuchdivision.

▪ 1918 - 8. April: Der k.u.k. “Minentender I” läuft vor Sulina im Schwarzen Meer auf eine Mine und geht verloren.

▪ 1918 - 16. April: Der Zerstörer “Streiter” kollidiert beim Geleitdienst in Quarnero mit dem Dampfer “Petka” und sinkt.

▪ 1918 - 22. April: Nächtliches erfolgreiches Gefecht einer k.u.k. Zerstőrergruppe vor Valona mit britischen Zerstörern.

▪ 1918 - 14. Mai: “U 27” versenkt in der Adria den britischen Zerstörer “Phoenix” durch Torpedoschuß. Beim nächtlichen Versuch, in den Hafen von Pola einzudringen, wird das italienische Schnellboot “Grillo” durch das Abwehrfeuer des Hafenschutzes vernichtet.

▪ 1918 - 11. Juni: Bei einem k.u.k. Flottenvorstoß in die Südadria wird das Linienschiff “Szent Iztván” bei einem Nachtangriff italienischer Schnellboote durch zwei Torpedotreffer von MAS 15 versenkt.

▪ 1918 - 1.-2. Juli: Erfolgreiches Zerstörergefecht in der Nordadria gegen stark überlegenen Gegner.

▪ 1918 - 4. Juli: “U 20” wird im Golf von Triest durch das italienische U-Boot “F 14” torpediert und versenkt.

▪ 1918 - 9. Juli: “U 10” läuft im Golf von Triest auf eine Mine und geht verloren, das Wrack wird zwar geborgen, jedoch nicht mehr repariert.

▪ 1918 - 9.-12. September: Rückverlegungmarsch der “Flottillenabteilung Wulff” von Odessa nach der Donaumündung.

▪ 1918 - 21. September: “U 47” vernichtet in der Adria das franzősische U-Boot “Circe” durch Torpedoschuß.

▪ 1918 - 29. September: Sonderwaffenstillstand des verbündeten Bulgariens mit der Entente nach Zusammenbruch der Mazedonienfront.

▪ 1918 - 2. Oktober: Erfolgreiche Abwehr eines alliierten Flottenangriffes auf Durazzo durch k.u.k. Seestreitkräfte und Landbatterien. Nach torpedierung des britischen leichten Kreuzers “Weymouth” durch “U 31” gibt der Gegner sein Vorhaben auf und läuft ab.

▪ 1918 - 13. Oktober: Infolge der Gefahr, abgeschnitten zu werden, Rückverlegung der Donauflottille-Einheiten von Rumänien donauaufwärts unter teilweise harten Kämpfen.

▪ 1918 - 28. Oktober: Deckung des Rückzugs der eigenen Heeresverbände aus Serbien durch die k.u.k. Donauflottille.

▪ 1918 - 30. Oktober: Der k.u.k. Flußmonitor “Bodrog” läuft bei Deckung des Rückzugs vor Visnica auf eine Untiefe und muß nach vergeblichen Abringversuchen in schwerem Feindfeuer zurückgelassen werden. Telegramm S.M. des Kaisers an alle k.u.k. Streitkräfte über die Einstellung der Kampfhandlungen und die Übergabe der Flotte an den südslavischen Nationalrat.

▪ 1918 - 31. Oktober: Bei Sonnenuntergaang holen in Pola alle k.u.k. Kriegsschiffe die rot-weiß-rote Flagge ein und hissen die rot-weiße-blaue Südslawiens. In der darauffolgenden Nacht wird in Unkenntnis der Lage das bisherige Flottenflaggschiff “Viribus Unitis” von italienischen Kampfschwimmern im Hafen von Pola durch Haftminen versenkt.

▪ 1918 - 1. November: Bei Sonnenaufgang holen alle k.u.k. Kriegsschiffe in Sebenico und im Golf von Cattaro unter dem Salut von 21 Schuß die alte österreichische-ungarische Kriegsflagge ein und hissen die rot-weiß-blaue Südslawiens. In Ujvidek an der Donau sammeln sich alle Einheiten der k.u.k. Donauflottille zum Rückmarsch nach Budapest.

▪ 1918 - 3. November: Abdankung Kaiser Karls I.

▪ 1918 - 6. November: Die Donauflottile läuft in Budapest ein, der österreichische Besatzungsteil geht weiter nach Wien.

▪ 1918 - 12. November: Ausrufung der Republik Österreich.

Nach dem Auseinanderfallen der gemeinsamen Vaterlandes und mit dem Verlust alle Küstenländer endet die Geschichte der k.u.k. Kriegsmarine.








Bild 19 - Am 1. Novembre 1918 wird die glorreiche rot-weiß-rote Fahne der k.u.k. Kriegsmarine zum letzen Mahl eingezogen.



(Aus den Bücher von Karl Gogg “Österreichs Kriegsmarine 1440-1848” und “Österreichs Kriegsmarine 1848-1918”).