Seearsenal

 von Pola


 

Geschichte: Mit dem Abfall Venedigs im 1848 mußte von der Militärzentralstelle in Wien ein neuer Kriegshafen gesucht werden. Zur Auswahl standen Pola und Triest. Im 1857 fiel die Wahl auf Pola, nicht zuletzt auf Betreiben von Erzherzog Ferdinand Max.
Pola wurde nun zum Hauptkriegshafen Österreich-Ungarns. Eine enorme Bautätigkeit, in deren Verlauf aus dem Material der geschleiften Stadtmauer die Riva aufgeschüttet und die Oliveninsel erweitert wurde, begann. Herzstück wurde das Seearsenal, nach Plänen von Obstleutnant Karl Möring gebaut, von Kaiser Franz Josef I. eingeweiht. Das Arsenal umfasste Werkstätten, Magazine, Hellinge und Docks.
So entstand nach und nach die Marinewaffenschmiede der Monarchie. Südwestlich vom Monte Zaro entstand das Marineviertel mit Marinespital, Marinekirche, Marinekaserne, Marinestrafhaus, Maschinenschule und der Marinefriedhof. Die Werft von Uliveninsel (“Scoglio Olivi”) war so bennant da sie auf ein Inselchen in die Bucht von Pola wo Olivenbäume wuchsen, befand. Zurzeit wird nur ein einziger Olivenbaum symbolisch bewahrt.
Die Legung der neuen Kostruktion hatte am 9. Dezember 1856 statt. Fast zwei Jahre später, am 5. Oktober 1858, wurde das erste Schiff vom Stappel gellast. Es war das Linienschiff “Kaiser”, aus 5.194 Tonnen Verdrängung, das im 1864 der Schlacht von Helgoland und im 1866 der Schlacht von Lissa Teil nahm.
Im See-Arsenal von Pola wurden in die folgenden Jahren 55 Schiffe für die k.u.k. Kriegsmarine gebaut.
Mit dem Verlust von Venedig und vom See-Arsenal dieser Stadt, nach dem Dritten Italienischen Unabhängigkeitkrieg, das See-Arsenal von Pola wurde ausgebaut und einstellte fast 6.000 Arbeiter. Das See-Arsenal war mit Schwimm- und Mauer- Dock, große gedeckte Werkstätte, Schiffsbau-labore, ein Direktionsbüro mit Archivunterlagen und mit eine Reihe von Schiffsmodellen die einem kostbaren historischen Interesse hatten, ausgestattet. Zurzeit sind zwei dieser Modellen in einem Schaukasten bei dem “Yacht Club Adriaco” von Triest aufbewahrt. Eine Eisenbahnbrücke aus Stahl erreichte die Uliveninsel.
Das nördliche Teil des Hafens, zwischen Uliveninsel und dem Kal war wie Handelshafen benützt, das südliche Teil wie Kriegshafen.
Die Hügel welche die Stadt und den Hafen überragten, waren mit 28 Festungen ausgestattet. Die Forten “Maria Luisa” und “Punta Cristo” verteidigten den Eingang des Hafens. Im südlichen Teil der Bucht des Hafens befanden sich die Forten “Musil”, “Max”, “Stoja”, “Bourguignon”, “Verudella” und “Cassoni”, nördlich der Festung “Monte Grosso”, die Forten “Castellier”, “Cerella”, “San Giorgio”, und ostlich der Stadt die Forten “Mouvidal” und “San Michele”. Auf die Insel Brioni hisste sich Fort “Tegetthoff”.
Am Anfang des erstes Weltkrieges, im 1914, Kommandant des See-Arsenal war der Vize-Admiral Paolo Fiedler, Vize-Kommandant der Kontre-Admiral Alexander Hansa und Adjutant der Linienschiffsleutnant Heinrich Freiherr von Levetzow.